Alles aus einer Hand ist zu riskant
Titelbild: © Falara/Shutterstock.com Posted on von Cloud Computing

Alles aus einer Hand ist zu riskant

Wenige große Cloud Provider dominieren aktuell den weltweiten Markt. Doch Unternehmen sollten sich nicht nur auf einen einzelnen Provider verlassen, der ihnen alle Dienste liefert. Multi Cloud Management reduziert nicht nur das Ausfallrisiko, sondern vereinfacht auch vieles.

Wenn die Führungsspitze großer Unternehmen geschlossen verreist, bemüht man sich in der Regel um Risikostreuung. Der Gedanke ist einleuchtend und schauderhaft zugleich: Wenn der Flieger abstürzt, soll die Organisation nicht auf einen Schlag ohne Management dastehen. Die Methode der Risikostreuung ist ebenso alt wie bekannt. Dennoch gibt es ausgerechnet beim zukunftsweisenden Thema Digitalisierung gerade einen gegenläufigen Trend: Einige wenige große Cloud-Anbieter bedienen das Gros aller Kunden auf der Welt.

Amazon dominiert dabei deutlich mit über 40 Prozent Marktanteil, weit abgeschlagen dahinter auf den Plätzen zwei bis vier folgen Microsoft, IBM und Google, die zusammen auf 23 Prozent kommen. Das haben US-amerikanische Marktforscher der Synergy Research Group ermittelt.

Das Angebot der Großen ist dabei breit gefächert – und es wächst stetig. Deshalb lassen sich manche Unternehmen dazu verleiten, alles aus einer Hand zu ordern. Von der Infrastruktur über das Webhosting bis hin zu Backup und Desaster Recovery. Welche unangenehmen Folgen ein derart monolithischer Ansatz haben kann, zeigen zahlreiche Beispiele aus jüngster Vergangenheit.

Ausfall durch Tippfehler und Blitze, die Daten löschen

So gab es Ende Februar einen Ausfall bei Marktführer Amazon Web Services. Unter der Störung, die mehrere Stunden andauerte, hatten unzählige Unternehmen zu leiden. Unter den betroffenen Diensten waren so klangvolle Namen wie Snapchat, Buzzfeed, Expedia und Trello. In diesem Fall war die Störung wohl hausgemacht: Amazon identifizierte eigene Fehler als Ursache. Mitarbeiter hatten sich bei einer Wartungsaktion vertippt und damit mehr Server heruntergefahren, als sie eigentlich sollten.

Anders als 2015, als Google Opfer höherer Gewalt wurde: Gleich viermal hintereinander schlug der Blitz in ein belgisches Rechenzentrum des Internetriesen ein. Unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto – aber eben nicht unmöglich, wie das Beispiel zeigt. Die Folgen hielten sich in Grenzen, wenngleich einige Kunden Datenverlust durch die aus dem Blitzschlag resultierenden Folgen beklagen mussten.

Verfügbarkeit ist nicht alles

Allein aus der Verfügbarkeitsperspektive heraus haben Unternehmen jedoch keine große Motivation, ihre IT-Infrastruktur auf mehrere Anbieter zu verteilen. Schließlich garantieren Provider Verfügbarkeitsquoten von 99,95 Prozent und mehr. Der Aufpreis für eine noch höhere Verfügbarkeit durch Redundanzen stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Dennoch empfehlen nach jedem Bekanntwerden neuer Ausfälle Experten rund um den Globus, Unternehmen mögen ihre Schäfchen nicht alle im selben Stall halten. Gemeint ist damit aber keine simple und teure Redundanz. Sondern die Verteilung der benötigten Dienste und Services auf mehrere Lösungen und Anbieter – Stichwort: Multi Cloud Management.

Best of Breed ist mehr als Risikostreuung

Mit einem entsprechenden Best-of-Breed-Ansatz fahren Unternehmen in der Regel besser. Dabei scheut so mancher die Komplexität, die mit der Beauftragung unterschiedlicher Anbieter einhergeht. Deshalb empfiehlt sich ein Anbieter, der das Multi Cloud Management für Unternehmen in die Hand nimmt.

Damit schlagen Unternehmen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. So wird zum Beispiel das Ausfallrisiko auf mehrere Cloud-Lösungen und -Anbieter verteilt, die jedoch alle zentral von einem Anbieter gemanagt werden. Unternehmen suchen sich aus einem Pool von Anbietern und Lösungen die für sie Besten heraus. Die Rechnungsstellung erfolgt zentral über einen Kontaktpunkt. Und auch der Service sollte über einen Anbieter erfolgen, der das Multi Cloud Management für Unternehmen übernimmt. Ein weiterer, gewichtiger Vorteil, denn besonders bei großen Cloud-Anbietern werden Unternehmen in Sachen Cloud Support oft allein gelassen.

zurück zur Startseite

Kommentar

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.