Angst vor der Disruption – wie Unternehmen mithalten können
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Angst vor der Disruption – wie Unternehmen mithalten können

Digitalisierung und Disruption werden häufig in einem Atemzug genannt. Doch Unternehmen können nicht so einfach von heute auf morgen disruptiv werden. Zukunftsdenker Bernhard von Mutius gibt in seinem neuen Buch „Disruptive Thinking“ Tipps, wie das Management zu einer neuen Art des Denkens findet.

„Disruptivem Denken“ gehört die Zukunft – nicht nur, aber vor allem auch in den Unternehmen. Davon ist auch Bernhard von Mutius überzeugt. Der Forscher, Wirtschaftsberater und Publizist ist sich dabei zugleich im Klaren, dass der Begriff Ängste hervorruft, weil viele (Unternehmen) fürchten, dass sie dem neuen, disruptiven Denken nicht gewachsen sind. In seinem neuen Buch „Disruptive Thinking“ und kürzlich in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt versucht von Mutius viele dieser Ängste zu nehmen, indem er Schritte aufzeigt, mit denen sich dieser Kulturwandel im Unternehmen bewerkstelligen lässt.

Große Unsicherheit in Unternehmen

Von Mutius weiß, dass sich hinter dem ganzen aktuellen Digitalisierungs-Hype auch viel Unsicherheit verbirgt. Viele würden sich – teilweise offen, teilweise insgeheim – fragen: „Sind wir überhaupt in der Lage, mitzuhalten mit Alphabet, Amazon & Co? Haben wir die geeigneten Leute dazu? Haben wir die richtigen Kompetenzen? Ist unsere Organisation mit ihrer altersschwachen IT darauf vorbereitet? Oder sind wir nicht voll damit ausgelastet, das laufende Geschäft zu meistern und den gestiegenen Druck halbwegs abzufedern?“

Sein grundsätzlicher Rat lautet, es komme vor allem darauf an, mit diesen Widersprüchen produktiv umzugehen. „Man könnte auch sagen: Es ist die Fähigkeit, sich nichts vorzumachen, Dinge anders zu machen und den Menschen wieder Mut zu machen“, so der Autor. Widersprüche sind demnach per se nichts Negatives, sondern können ins Produktive gewendet werden – wenn die Akteure im Unternehmen bereit sind, mit Routinen zu brechen und Geschäftsmodelle in Frage zu stellen.

Nicht nur technologische Revolution

Dementsprechend sei die aktuell stattfindende Transformation nicht nur eine technologische, sondern auch eine soziale und kulturelle Revolution, die von drei Imperativen geprägt sei: „Erstens: Sei überraschend einfach! Zweitens: Brich Routinen! Drittens: Stärke die Menschen!“ Das ist leichter gesagt als getan. Doch ist von Mutius überzeugt, dass sich dieses neue Denken lernen lasse – genauso wie systemisches Denken und der Problemlösungsansatz Design Thinking, auf deren guten Ideen Disruptive Thinking aufbaue. Vor allem sei es wichtig, den Widerspruch nicht auszuschließen, sondern vielmehr zu ermutigen und Formen und Räume für ihn zu schaffen, in denen das Neue nicht sofort wieder von der Gewohnheit aufgesogen werde.

Ein Bild von Gott

Von Mutius illustriert diese Bereitschaft, das bislang Undenkbare zuzulassen, in seinem Buch mithilfe einer Anekdote, die er folgendermaßen widergibt: „Eine Lehrerin unterrichtete in einer Grundschule sechsjährige Kinder im Zeichnen. Eine der Schülerinnen, die in einer der hinteren Bänke saß und sonst nicht besonders aktiv mitarbeitete, war diesmal völlig vertieft in das, was sie tat. Die Lehrerin war fasziniert und zugleich neugierig. Sie fragte das Mädchen, was es malen würde. Ohne aufzuschauen sagte die Kleine: ‚Ich male ein Bild von Gott.’ Die Lehrerin erwiderte überrascht: ‚Aber niemand weiß, wie Gott aussieht.’ Darauf entgegnete das Mädchen: ‚Warten Sie einen Moment, gleich wissen Sie es.’“

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