Best Practices für erfolgreiche IoT-Projekte
Quelle: © iStock.com/chombosan Posted on von Internet der Dinge | Management

Best Practices für erfolgreiche IoT-Projekte

IoT-Projekte verschaffen einem Unternehmen neue Impulse und verändern das Geschäftsmodell. Sie sind jedoch zumeist komplex und erfordern überlegtes Herangehen. Eine Reihe von Best Practices helfen bei der Umsetzung.

Das Internet der Dinge kann in Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen für neue Impulse sorgen und eine Änderung des Geschäftsmodells bewirken: Reiner Produktverkauf wird durch ein Serviceangebot ersetzt. Dadurch können Unternehmen auf unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen des Kunden reagieren. Dazu zählen etwa der Wunsch nach einer direkten persönlichen Ansprache, die schnelle Verfügbarkeit von Services und vieles mehr.

Entscheidender Kernbestandteil solcher Services sind smarte, vernetzte Produkte, die Daten ermitteln und zur Auswertung in die Cloud weiterleiten. Auf der Basis dort angefertigter Analysen entwickeln Unternehmen dann weitere Services. Doch es reicht nicht aus, einfach ein paar Geräte mit Sensoren auszustatten und dann zu hoffen, dass sich daraus wie von selbst ein neues Geschäftsmodell ergibt. Glücklicherweise sind Unternehmen im IoT-Bereich gar nicht mehr auf Versuch und Irrtum angewiesen.  Eine Reihe von Best Practices helfen bei der erfolgreichen Umsetzung eigener Projekte.

Einstieg mit einem Gesamtkonzept

Unternehmen sollten vor dem Einstieg in IoT-Projekte auf jeden Fall eine Vision für ihre digitale Zukunft entwickeln, betont IoT-Entwickler David Theil in seinem Blog auf „Medium“. Gemäß seiner Erfahrungen benötigen sie zumindest ein grobes Gesamtkonzept, wie sie in die digitale Transformation einsteigen wollen. Ziele dieses Konzeptes sind laut Theil:

  1. Bestehende Geschäftsprozesse durch Einsatz digitaler Technologien und Tools optimieren.
  2. Neue digitale Services für das Unternehmen finden.
  3. Neue Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Technologien entwickeln.

Die große Vision solle dann in kleinere Teilprojekte zerlegt werden. Diese Teilprojekte müssen dann sorgfältig einer Impact-Analyse durchzogen werden. Theil betont: „Digitalisierungsprojekte sind immer auch Change-Projekte. Daher sollten [Unternehmen] bei der Auswahl ihres ersten Digitalisierungsprojekts jene Projekte wählen, bei denen sie den größten Effekt bei geringsten internen Gegenwind erwarten.“

Strategische Eckpunkte und Geschäftsmodelle

Eine gute Ergänzung zu diesem strategischen Ansatz liefert ein Artikel im CIO-Magazin. Der Autor Christoph Lixenfeld fasst darin eine Forrester-Studie zusammen, die drei wichtige strategische Eckpunkte für größere IoT-Projekte definiert:

  1. IoT-Projekte gibt es nicht zum Nulltarif. Sie erfordern immer ein größeres Investment.
  2. Die richtigen digitalen Geschäftsmodelle lassen sich nur durch Experimente („Test & Learn“) ermitteln.
  3. Ein digitaler Business Case sollte multidimensional sein und an mehreren Schrauben zugleich drehen.

Die wichtigste Frage dabei ist: Wie entwickelt ein Unternehmen ein Geschäftsmodell für das IoT? Eine einfache Antwort gibt es nicht, doch ein sehr praktischer Ratgeber unterstützt Unternehmen: Der Business Model Navigator, ursprünglich von der Universität St. Gallen entwickelt, bietet eine prozessorientierte Methodik zur Entwicklung stimmiger Geschäftsmodelle anhand 55 unterschiedlicher Muster. Ein Spinoff-Unternehmen der Universität St. Gallen bietet eine ganze Reihe von Hilfen und Beratungsdienstleistungen, unter anderem eine kostenlose Karte der Geschäftsmodelle und ein umfangreiches Buch, in dem Geschäftsmodellinnovationen und die Geschäftsmodelle ausführlich erläutert werden.

Tipps aus der Praxis

Sobald ein Unternehmen ein belastbares IoT-Geschäftsmodell entwickelt hat, kann es losgehen. In der Computerwoche findet sich ein interessanter Artikel mit Tipps aus der Praxis, gewonnen aus der Auswertung von etwa 150 IoT-Projekten. Die wichtigsten Hinweise in Kürze:

  • Die Investition in ein komplexes IoT-Projekt amortisiert sich im laufenden Betrieb. Daher gilt: Klein anfangen und die IoT-Plattform sukzessive ausbauen – zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz und Big Data.
  • Es ist besser, einen Basisservice gut umzusetzen als an einer Innovation zu scheitern. Durch bewährte Standardtechnologien werden Integrationsrisiken minimiert, das Projekt beschleunigt und Mehrwerte geschaffen.
  • IoT-Projekte sind Querschnittsprojekte, die alle Fachbereiche betreffen. Entscheidend ist ein Projektverantwortlicher mit einem klaren Mandat der Geschäftsführung. Die Umsetzung von IoT-Projekten ist eine Führungsaufgabe.
  • Die erfassten Datenströme müssen weiterhin von den Mitarbeitern beobachtet, verstanden und vor allem interpretiert werden. Wichtig ist, dass die maschinelle Intelligenz der IoT-Plattform und das menschliche Know-how gekoppelt werden.
  • Bei IoT-Projekten sollte Sicherheit oberste Priorität haben: Je einfacher die Infrastruktur aufgebaut wird und je weniger Schnittstellen der Provider bereitstellt, desto weniger Einfallstore gibt es für Cyberkriminelle.

zurück zur Startseite

Kommentar

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.