Bewegung im Cloud-Multiversum: Neues von IBM, SAP und Google
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Bewegung im Cloud-Multiversum: Neues von IBM, SAP und Google

Die Multi Cloud ist aktueller denn je, denn Unternehmen stehen heute einem ganzen Cloud-Multiversum gegenüber, das Lösungen für unterschiedlichste Branchen, Anwendungen oder Unternehmensgrößen bietet. Vor allem mithilfe von Kooperationen machen Cloud Provider zunehmend maßgeschneiderte Angebote.

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem keine neue Unternehmenspartnerschaft in Sachen Cloud vermeldet wird. Jüngstes Beispiel sind IBM und der IT- und Telekom-Carrier BT. Bei BT kommt die IBM-Cloud demnächst im Paket mit Telefon-, Internet- und anderen Netzwerkanschlüssen. Das berichtet unter anderem das IT-Nachrichtenportal IT-ZOOM. Das neue Produkt „BT Cloud Connect Direct for IBM“ bietet laut BT-Manager Keith Langridge nicht nur den Zugriff auf Infrastruktur-Services aus der IBM-Cloud wie Rechenleistung, Netzwerk- und Storage-Infrastruktur, sondern auch auf einen Katalog zusätzlicher Funktionen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain, Internet of Things (IoT) sowie Daten- und Analysefunktionen. Der Service, der für BT-Kunden ab sofort verfügbar ist, werde so konzipiert, implementiert und unterstützt, dass er sich in die bestehende Netzwerkinfrastruktur des Kunden einfügt.

Partnerschaften sollen Cloud-Geschäft voranbringen

Während BT mit direktem Cloud-Anschluss und besserer Performance wirbt, setzt Googles Cloud-Sparte verstärkt auf die Kooperation mit deutschen Business-Partnern. Laut cloudcomputing-insider.de soll nicht zuletzt die erst kürzlich angekündigte Partnerschaft mit SAP Googles Ambitionen auf dem deutschen Markt voranbringen. SAP integriere die Google Cloud Platform sowie die Google Suite in die eigenen Anwendungen. Im Rahmen der Partnerschaft wurde zudem die Lösung SAP Data Custodian angekündigt,die Unternehmen ermöglichen soll, Datenzugriffe in der Cloud in Übereinstimmung mit unterschiedlichen Datenschutzanforderungen regional zu beschränken und zu überwachen. Zudem empfehle SAP seinen Anwendern die ursprünglich von Google entworfene Container-Lösung Kubernetes, die es erlaubt, bei Cloud-Anwendungen den Provider wechseln zu können.

Cloud-Generalisten immer weniger gefragt

Generell dreht sich das Cloud-Geschäft jedoch immer weniger um die großen Anbieter. Laut Bill Evans vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes hat sich die Medienaufmerksamkeit in den frühen Tagen der Cloud vor allem auf die führenden Public-Cloud-IaaS-Anbieter Amazon Web Services, Microsoft und Google gerichtet. Jetzt verschiebe sich die Machtbalance zu den Technologieanbietern, die Geschäftskunden über die Infrastrukturphase hinaus in den Bereich führen, wo sie durch intelligent gesteuerte Prozesse mehr Wettbewerbsvorteile gewinnen könnten. Heute berücksichtige das Forbes-Ranking der führenden Cloud-Anbieter daher auch solche Provider, die das boomende Potenzial für künstliche Intelligenz, Machine Learning und Blockchain nutzen.

Branchenlösungen als Alternative

Diese Entwicklung steigert auch den Wert von Branchenspezialisten wie zum Beispiel der Firma Aconex, die cloudbasierte Plattformen für die weltweite Bauwirtschaft anbietet. Kurz vor Weihnachten bot Oracle mehr als eine Milliarde Euro für den Kauf des australischen Unternehmens – beinahe 50 Prozent mehr als der Aconex-Börsenschlusskurs am Tag des Gebots aufwies. 70.000 Unternehmen der Baubranche in 70 Ländern setzen Aconex-Angaben zufolge dessen Cloud-Lösungen ein. Da Oracle im Cloud-Markt Amazon, Google, Microsoft & Co. bisher hinterherhinkt, solle nun unter anderem dieser Fokus auf umsatzstarke Branchen dafür sorgen, dass Oracle zu den Marktführern im Cloud-Geschäft aufschließen kann.

Offen für unterschiedliche Anbieter

Für Kunden bieten solche branchenspezifischen Angebote den Vorteil, dass sie ihre spezifischen Geschäftsprozesse gut abbilden. Auf den Nachteil weist Computerwoche-Redakteur Martin Bayer hin: Kunden sollen in diesem Szenario möglichst alles aus einer Hand beziehen – von der Cloud-Infrastruktur über die Plattform-Funktionen bis hin zu den Anwendungsservices. Bayer bezweifelt allerdings, ob dieser Ansatz zukunftsfähig ist: „Das Gros der anderen Software- und Cloud-Anbieter bemüht sich derzeit um mehr Offenheit. Ziel dabei ist, rund um die eigene Plattform ein möglichst attraktives Ökosystem aufzubauen, in dem Kunden eine Vielzahl nützlicher Applikationen und Apps – auch von anderen Anbietern – für ihr Geschäft finden.“

Das Cloud-Multiversum ist einfach zu groß, vielfältig und dynamisch geworden, als dass es sich lohnt, sich mittel- oder langfristig an nur einen oder nur wenige Anbieter zu binden.

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