Das Industrial IoT braucht Standards, vor allem für Security
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Das Industrial IoT braucht Standards, vor allem für Security

Das Industrial IoT (industrielles Internet der Dinge, IIoT) entwickelt sich schnell. Die Standardisierung hinkt hinterher. Es gibt einfach zu viele Vorschläge für Standards. Zudem sind auch die Maßnahmen für die IoT-Sicherheit nicht vereinheitlicht.

Die Versprechen des IoT sind groß und die Entwicklung schreitet nicht nur im Consumer-Bereich rasant voran. Viele Unternehmen haben bereits erste Erfahrungen mit IoT-Projekten gesammelt. Das Marktforschungsunternehmen IoT Analytics hat mehr als 640 praktische Anwendungsfälle für das Industrial IoT aus der ganzen Welt gesammelt. Fast ein Viertel der Projekte wird dabei im Bereich vernetzte Industrie umgesetzt. Ebenfalls verbreitet sind Anwendungen für Smart City, Smart Energy und Connected Car. Dies zeigt das große Interesse an geschäftlichen Anwendungen für das Internet der Dinge, das auf ein inzwischen recht vielfältiges Angebot an Produkten und Services trifft. An den 640 Projekten waren insgesamt mehr als 300 unterschiedliche Partnerunternehmen beteiligt.

Es sollte nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen

Industrielle Anwendungen für das Internet der Dinge haben ein enormes Potenzial für die beteiligten Unternehmen, meint Stephan Noller, Vizepräsident des Bundesverband  Digitale Wirtschaft (BVDW). Das Industrial IoT „ist eine Ausprägung der digitalen Transformation auf ganz praktischer und operativer Ebene. Hier entstehen die seit Jahren angekündigten Möglichkeiten der Digitalisierung für den produzierenden und verarbeitenden Mittelstand“, betont er in einem Interview auf der Website des BVDW. „Die Erhebung, Verarbeitung und vor allem die Analyse von Daten kann einem Unternehmen ein neues Gesicht geben.“

Er sieht jedoch auch ein Problem: „Wichtig ist hier in erster Linie, dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht und sich abschottet. Wir brauchen dringend eine Standardisierung für das Internet der Dinge, nicht nur in der Industrie, sondern auch im Consumer-Bereich.“ Vor allem sind Sicherheitsstandards notwendig, denn Nollers Ansicht nach könne ein IoT-Geschäftsmodell nur funktionieren, wenn Sensoren und andere IoT-Geräte auf eine Weise abgesichert sind, die Hackern keine Chance lassen.

Es gibt zu viele Vorschläge für Standards

Ein großes Problem im Moment ist die Vielfalt der vorgeschlagenen Standards. „Es gibt viele verschiedene staatlich oder nicht-staatlich mitgetragene Arbeitsgruppen, Organisationen, Allianzen und Alleingänge von Konzernen, die mit ihren Ansätzen gegeneinander konkurrieren“, beschreibt IT-Experte Achim Karpf die unübersichtliche Situation. „Noch dazu deckt IoT ein so breites Anwendungsfeld ab, dass es kaum Standards und Protokolle gibt, die in jedem Bereich genutzt werden.“ Sein Blogbeitrag enthält eine Übersicht der „wesentlichen“ Akteure der Standardisierung – insgesamt 16 Organisationen und Initiativen.

Ein wichtiger Aspekt sind dabei die Sicherheitsanforderungen an IoT-Geräte. Das wichtigste Basiskonzept heißt Security by Design, also die Integration von Sicherheitsfunktionen direkt in die Hardware und Software der Geräte. Die European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) hat vor kurzem gemeinsam mit einigen Halbleiterherstellern ein Positionspapier erarbeitet, das Mindeststandards für die Sicherheit von IoT-Geräten vorschlägt und ein europäisches Zertifizierungsprogramm anregt. Das vorgeschlagene Sicherheitskonzept soll sowohl einfache Geräte als auch komplexe Systeme wie Connected Cars oder Werkzeugmaschinen erfassen.

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