Das zweite Leben des Festnetztelefons
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Das zweite Leben des Festnetztelefons

Weder mobil noch internetfähig: Das Festnetztelefon zieht gegenüber dem Smartphone den Kürzeren. Dabei hat es nach wie vor seine Vorzüge. Zum Glück lassen sich die in die Mobilfunkwelt hinüberretten.

Wer in den 60ern oder 70ern zur Welt kam, wird sich erinnern. Wie angebunden stand man mit dem Schnurtelefon im Flur, um sich mit Freunden zu verabreden oder den Liebeskummer zu bereden. „Fass dich kurz“, mahnte die Post – und die Eltern sowieso. Heute dagegen kommunizieren wir überall, das Smartphone ersetzt zunehmend das Festnetztelefon. Zwar gibt es noch 37 Millionen Festnetzanschlüsse in Deutschland, aber die Gesprächsminuten sinken stetig, schreibt die FAZ. 586 Millionen Gesprächsminuten im Jahr 1998 sind auf 388 Millionen (2016) zusammengeschrumpft. Tendenz: weiter sinkend. Das gilt für private Gespräche genauso wie für berufliche Telefonate. Im vergangenen Jahr kappte der Telefonpionier Siemens das Festnetz. Beschäftigte mit einem Diensthandy sollten sich entscheiden, ob sie nicht fortan auf ihr Festnetzgerät verzichten könnten. Dem Unternehmen ging es bei diesem Schritt nicht nur um das Einsparpotenzial. „Wir wollen mobiles und flexibles Arbeiten ermöglichen“, heißt es in der Welt zur Begründung. Ein Beispiel, das vermutlich Schule machen wird.

Festnetzanschluss wird digital

Denn das Handy ist dem Schnurtelefon einen großen Schritt voraus: Es ist immer dabei. Und taugt anders als sein Festnetzvorfahr nicht nur zum Telefonieren, sondern genauso zum Surfen, Twittern oder Chatten. Zudem steht der analoge Festnetzanschluss auf der Liste der aussterbenden Arten: In vielen Firmen oder Privathäusern wich er bereits Voice over IP. Über kurz oder lang stellen alle Telekommunikationsunternehmen auf die Internettelefonie um.  „Rufaufbau, Vermittlung und Sprach-Datenübertragung erfolgen über das Internet-Protokoll, das macht die Netzstruktur einfacher und billiger“, so die FAZ. Reservierte Leitungen zwischen Anrufer und Angerufenem sind nicht mehr notwendig, „das Gespräch sucht sich in Datenpaketen selbst seinen Weg durchs Netz.“ Mittelständische Unternehmen nutzen bereits zunehmend Telefonanlagen aus der Cloud – auch von der QSC AG und binden so alle Niederlassungen via VPN an die Zentrale an.

Wo das Festnetz punktet

Welche Gründe sprechen denn überhaupt noch für ein Festnetztelefon? Über das Festnetz telefoniert man günstig, ist unabhängig vom Handy-Akku oder der wechselnden Güte der Funkversorgung. Hinzu kommt:  Der Ton ist besser, die Stimme klarer, Störgeräusche wie Rauschen oder Rascheln gibt es kaum. Heißt: „Wer lediglich zweckgebunden telefoniert, kann auf einen Festnetzanschluss eher verzichten als jemand, der ausgiebige Telefonate noch zelebriert“, urteilt ein Vergleichsportal.

Wie sich ein Smartphone in ein Schnurlostelefon verwandelt

Aber hin und wieder wird vielleicht auch der Zwecktelefonierer zum Genussplauderer. Dann wäre es doch praktisch, wenn sich das Smartphone einfach in ein Festnetztelefon verwandeln ließe. Das funktioniert tatsächlich: Beispielsweise lassen sich mit der Fon-App von AVM Smartphones per WLAN mit einem Router verbinden. Die Reichweite ist beim Telefonieren übers WLAN etwas geringer als mit dem internationalen Telekommunikationsstandard DECT, die Akustik aber gut.

Auch mit SIP-fähigen Apps für die Internettelefonie lassen sich Smartphones in Schnurlosapparate ummünzen. Das klappt sogar unterwegs, wenn man ins WLAN eines Hotels eingebucht ist.

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