Der digitale Motor gerät ins Stottern
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Der digitale Motor gerät ins Stottern

Die Digitalisierung der Wirtschaft verliert an Tempo. Unternehmen aller Größen und Branchen kämpfen mit rechtlichen Anforderungen, ungelösten IT-Sicherheitsfragen und dem Fachkräftemangel. Der IT-Branchenverband Bitkom empfiehlt Unternehmen daher ausdrücklich, eigene Digitalstrategien zu entwickeln.

Der digitalen Transformation gehört die Zukunft – doch an der Umsetzung hapert es noch beträchtlich. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 503 Unternehmen aller Branchen durchgeführt wurde. In keinem einzigen der befragten Unternehmen verläuft die Digitalisierung ohne Hemmnisse. Als größte Hürden erweisen sich Datenschutz und IT-Sicherheit, Personalprobleme und interne Abstimmung.

Mittelstand ist Angriffsziel von Cyberattacken

38 Prozent der Unternehmen geben an, dass Datenschutzanforderungen die digitale Transformation behindern, 37 Prozent nennen die IT-Sicherheit als Hemmschuh. Davon kann auch der Mittelstand ein Lied singen: Laut KfW-Mittelstandspanel wurde zwischen 2013 und 2015 mindestens jedes dritte mittelständische Unternehmen zum Ziel von Attacken auf seine Datenbestände und IT-Sicherheit. Und eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter 400 Firmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern ergab, dass Cyberangriffe im Jahr 2016 bei 20 Prozent der Mittelstandsunternehmen erfolgreich waren.

Fachkräfte mit Digitalkompetenz gefragt

Als weitere Hindernisse für die Digitalisierung ermittelte die Bitkom-Umfrage fehlende Akzeptanz in der Belegschaft (29 Prozent) sowie den Mangel an Fachkräften mit Digitalkompetenz (28 Prozent). Dies bestätigt auch das aktuelle Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsberatung Ernst & Young, für das 3000 Mittelständler befragt wurden. Gut 15 Prozent von ihnen verzeichnen zahlreiche Vakanzen im IT-Bereich – Tendenz steigend, so die Ernst & Young-Berater, denn gerade Unternehmen in ländlichen Regionen werden es künftig im Wettbewerb um Digitalisierungsexperten schwer haben.

Digitalstrategie notwendig

Als dritten großen Hemmschuh für die digitale Transformation identifiziert die Bitkom-Studie fehlende Vorgaben aus der Geschäftsleitung (27 Prozent) und langwierige Entscheidungsprozesse (25 Prozent). „Jedes Unternehmen muss für sich eine Digitalstrategie entwickeln. Wenn erst einmal klare Ziele festgelegt sind, wird die Abstimmung im Unternehmen viel einfacher“, erklärt dazu Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Teil einer Digitalstrategie sollte auch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern sein. Wer über qualifiziertes Personal verfügt, der kann auch mit Anforderungen durch den Datenschutz und mit dem zentralen Thema IT-Sicherheit deutlich besser umgehen.“

Anforderungen an die Politik

Wie die Digitalisierung in Deutschland Fahrt aufnehmen kann, haben die Unternehmen in ihren Erwartungen an die Politik zum Ausdruck gebracht. Ganz oben auf der Liste steht ein flächendeckender Breitbandausbau mit mindestens 50 Mbit/s. Ihn fordern 59 Prozent der für die Bitkom-Studie Befragten. Je 52 Prozent befürworten bildungspolitische Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie ein höheres Engagement bei IT-Sicherheit, etwa mit mehr Mitteln für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Einheitliche Datenschutzgesetze in Europa halten 42 Prozent für wichtig und 31 Prozent erwarten mehr politische Unterstützung, um die Vorreiterrolle Deutschlands bei Industrie 4.0 auszubauen.

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