Die IoT-Daten sind da, werden aber nicht richtig ausgewertet
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Die IoT-Daten sind da, werden aber nicht richtig ausgewertet

Inzwischen haben viele Unternehmen IoT-Pilotprojekte und behandeln das Internet der Dinge als wichtige strategische Aufgabe. Doch es gibt noch Probleme. Unter anderem werden Sensordaten nur äußerst unzureichend ausgewertet.

Business-Anwendungen für das Internet der Dinge befinden sich noch in einem frühen Stadium, aber es gibt schon viele Unternehmen, die eine entsprechende Initiative in Planung oder bereits umgesetzt haben. Die Unternehmens- und Strategieberater von McKinsey haben etwa 350 davon für eine Studie zur Entwicklung des IoT befragt und einen Teil der Ergebnisse vorab veröffentlicht. Diese lassen bereits eine wichtige Aussage zum Status der IoT-Projekte zu: Vor allem die sinnvolle Auswertung der Daten stellt die Unternehmen im Moment noch vor Probleme.

Trotzdem gibt es in den befragten Unternehmen sehr viel Optimismus zum Thema Industrial IoT (IIoT); sie versprechen sich einiges davon. Die befragten Manager und Geschäftsführer erwarten die größten Wirkungen in den Bereichen Service (40 Prozent) und Herstellung (30 Prozent). Für Dienstleistungen nehmen die Unternehmen vor allen Dingen drei Bereiche in den Blick: Diagnose und Prognose, Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) sowie Condition Monitoring (Zustandsüberwachung). Auch in der Industrieproduktion gibt es einige Schwerpunktfelder, etwa optimierte Ressourcenallokation, erhöhte Prozesseffizienz und die verbesserte Nutzung von Betriebsmitteln.

Dementsprechend haben die Unternehmen ihre strategischen Prioritäten sehr stark auf die Bereiche Serviceoptimierung (27 Prozent), höhere Transparenz im Betrieb (20 Prozent) und Optimierung der Herstellungsprozesse (12 Prozent) ausgerichtet. Wie bereits bei anderen Themen im Umfeld digitaler Technologien stehen auch hier in erster Linie Maßnahmen zur Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz im Vordergrund. Doch immerhin jeweils 14 Prozent der Unternehmen wollen neue Geschäftsmodelle etablieren und neue Produkte oder Services anbieten.

Nur ein Zehntel der Sensordaten wird ausgewertet

Das sieht im ersten Moment sehr positiv aus, doch die McKinsey-Analysten haben sich die Praxis etwas genauer angesehen und einige kritische Punkte identifiziert. Die Unternehmen nutzen etwa viele Sensoren, werten aber nicht immer alle Daten aus. Etwa 54 Prozent der Unternehmen nutzten lediglich zehn Prozent oder weniger der gewonnenen Sensordaten. Ganz generell macht die Studie deutlich, dass es nicht reicht, Sensoren zu installieren und eine Datenverbindung in die Cloud zu etablieren.

Bei der Auswertung der Daten stoßen die Unternehmen auf Schwierigkeiten. Etwa 14 Prozent fällt es schwer, aus dem Datenwust der Sensoren die relevanten Informationen herauszufiltern. 34 Prozent haben Schwierigkeiten, den Kontext dieser Daten herzustellen, 38 Prozent beklagen ungenügende Analyse-Modelle und 48 Prozent scheitern am Management der Daten.

Doch zu einer durchgängigen IoT-Lösung ist auch die Integration in die vorhandenen Systeme und Geschäftsprozesse notwendig. Dieser nächste Schritt fällt vielen Unternehmen nicht leicht: 70 Prozent beklagen dabei erhebliche Probleme. Die Studienautoren vermuten den Grund darin, dass sich die Mehrzahl der Unternehmen lediglich auf ein einziges IoT-Pilotprojekt konzentriert. „Mit einem solch engen Fokus achten sie zu wenig auf das ‚Big Picture'“, kritisiert die Studie. Vor allem die Unternehmensorganisation und das Change Management werden vernachlässigt, obwohl beides Voraussetzung für das Ausrollen weiträumiger Initiativen ist.

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