Die wichtigsten Cloud-Trends 2018 laut Analysten
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Die wichtigsten Cloud-Trends 2018 laut Analysten

Die Public Cloud setzt 2018 ihren Höhenflug fort. Darin sind sich alle führenden Marktforscher einig. Wo setzen die IT-Analysten in Sachen Cloud Computing ihre Schwerpunkte für das neue Jahr? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Prognosen von Crisp, Forrester, IDC und ISG? Hier ein Vergleich.

Die Zahlen mögen sich im Detail unterscheiden, doch deuten sie alle in die gleiche Richtung: Public und Hybrid Cloud Computing boomen und entwickeln sich immer mehr zum Fundament der digitalen Transformation. So spricht IDC davon, dass bis 2021 90 Prozent aller Unternehmen Multiple-Cloud-Services und -Plattformen verwenden. Forrester geht davon aus, dass die Umsätze im Public Cloud-Markt weltweit von 146 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 178 Milliarden Dollar 2018 steigen und auch danach jährlich um durchschnittlich 22 Prozent zulegen. Und die ISG Information Services Group sagt voraus, dass bis 2020 weltweit rund 60 Prozent aller Workloads in einer Public Cloud laufen.

Fast alle Anwendungen in der Cloud

Dementsprechend ist Cloud Computing laut IDC auch nicht länger eine Frage der Wirtschaftlichkeit oder Agilität. Vielmehr werde die Cloud zur wichtigsten und zuverlässigsten Quelle nachhaltiger Technologieentwicklung von Unternehmen. IDC geht zudem davon aus, dass bestehende Unternehmensapplikationen in den kommenden Jahren zum allergrößten Teil in hyperagile Architekturen überführt werden – und dann zu 90 Prozent auf Cloud-Plattformen laufen. Zumal sich – so Forrester – neue digitale Leuchttürme sowie Plattformstrategien auf Cloud-Basis schneller, kostengünstiger und nachhaltiger umsetzen lassen.

Angebot an Cloud-Diensten explodiert

Dementsprechend wird auch die Liste verfügbarer Cloud-Dienste immer länger. Darauf weist Computerwoche-Redakteur Wolfgang Herrmann hin. Er erwähnt zum Beispiel neue Analytics- und Machine-Learning-Services sowie IoT-, Edge-Computing- oder auch Datenbank-Services. Selbst Blockchain as a Service gehöre mittlerweile zum Portfolio einiger Anbieter. Hinzu kämen Container-basierte Plattformen, noch einfacher nutzbare SaaS-Angebote und schließlich Integrations- und API-Dienste, die Unternehmen dabei helfen, alle Komponenten miteinander zu verzahnen.

Auch sei die Zeit der „Megaclouds“ vorbei. Eine der zentralen Forrester-Prognosen für 2018 lautet dem Computerwoche-Redakteur zufolge: „Unternehmen sollten ihre Pläne darauf ausrichten, das Risiko einer Abhängigkeit von einem Anbieter zu mindern.“ Und im Wortlaut der anderen Institute: „Die neuen Grundtechnologien und Herangehensweisen werden die Zahl der Anwendungen und Microservices dramatisch um das bis zu zehnfache Volumen anschwellen lassen. Angetrieben wird diese Entwicklung durch eine neue Generation extrem branchenspezifischer digitaler Lösungen.“ (IDC) „Der Shift von Private Clouds in Richtung hybrider und Multi-Cloud-Umgebungen ist in vollem Gange und wird die CIOs bis 2020 noch gut auf Trab halten.“ (Crisp) „Private Cloud Computing ist in vielerlei Hinsicht als Brückentechnologie zu sehen, um den Standard für den Gang in die Public Cloud zu erhöhen und ein plattformbasiertes Sourcing im ITaaS-Stil durchführen zu können.“ (ISG)

ISG weist auch darauf hin, dass die Unternehmen diesen Kulturwandel in der Regel nicht ohne Partner bewerkstelligen können, mit denen sie die richtige Dosis und Strategie festlegen – etwa für den Aufbau eines Digital Labs oder einer eigenen DevOps-Mentalität. Auf dem Weg in die Public Cloud lauteten die Herausforderungen zum Beispiel: Rollen- und Rechteverwaltung, Vertragsmanagement und Compliance, Hybrid System Management oder die Zusammenführung von Datensilos.

Die Private Cloud lebt weiter

Trotz des allgemeinen Siegeszuges der Public-Cloud-Technologie ist die Private Cloud auch auf längere Sicht noch nicht tot. Auch in diesem Punkt sind sich die Analysten aller Institute einig. Crisp weist in diesem Zusammenhang auf die derzeit entstehenden hybriden IoT-Szenarien hin, bei denen Software-Intelligenz und Analytics-Power auch auf den Endgeräten und Gateways installiert werden müssen, sodass sich dadurch eine neue Rollenverteilung von Cloud und Edge Computing ergebe.

Auch Forrester betont, dass Innovationen nicht nur in der Public Cloud stattfinden. So gebe es beispielsweise interessante Private-Cloud-Stacks wie Azure Stack oder OpenStack, aber auch vielversprechende Partnerschaften zwischen etablierten IT-Infrastrukturanbietern und jungen Cloud-native-Spezialisten. Damit könnten IT-Verantwortliche von Cloud-Vorteilen wie Skalierbarkeit und schnellerer Verfügbarkeit auch im eigenen Data Center profitieren.

Edge Computing als Top-Trend

Wegen solcher Geschwindigkeitsvorteile gehört auch für ISG das Thema Edge Computing zu den TOP 10-Trends des kommenden Jahres. Die ISG-Analysten betrachten Edge Computing als logische Rückführung von extern gelagerten Daten in eigene Edge-Systeme unter Zuhilfenahme modernster Techniken. Der Vorteil: Während zum Beispiel bei ERP-Eingabemasken Reaktionszeiten von zehn Millisekunden toleriert werden könnten, ohne dass die Benutzerfreundlichkeit sonderlich leidet, würden für Edge Computing wesentlich kürzere Reaktionsgeschwindigkeiten vorausgesetzt. Insbesondere viele IoT-Anwendungsszenarien benötigen einen solchen Highspeed in der Datenverarbeitung.

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