Digitalisierung in deutschen Behörden? Fehlanzeige!
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Digitalisierung in deutschen Behörden? Fehlanzeige!

Endloses Warten im Amt, um seinen Reisepass zu verlängern, statt online von Zuhause einen zu bestellen: In deutschen Behörden herrscht in puncto Digitalisierung immenser Nachholbedarf. Dabei könnten mehr IT-Funktionen helfen, die unterbesetzten Ämter zu entlasten.

Partner-Blogpost-Logo (Crisp Research)An dieser Stelle empfehlen und kommentieren Analysten von Crisp Research regelmäßig Web-Beiträge exklusiv für die Leser von Digitales-Wirtschaftswunder.de. Thema heute: Digitalisierung in Behörden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Warum muss ich immer noch aufs Amt?

Die Deutschen müssen die meisten Behördengänge noch analog erledigen – lange Wartezeiten inklusive. Den Wohnsitz digital anmelden oder den Reisepass online bestellen – technisch alles längst möglich. Deutsche Behörden hinken bei der Digitalisierung anderen EU-Staaten jedoch weit hinterher. […] Dabei hat Deutschlands Verwaltung Digitalisierung mehr als nötig. Das ist auch ein Thema beim nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung wollen Projekte anstoßen. Bei Behörden sollen sie anfangen. Lange Wartezeiten bei Amtsgängen sind vor allem in Großstädten ein Problem. Das liegt – entgegen der landläufigen Meinung – nicht an Beamten und Angestellten. Schuld ist vielmehr, dass mehr und mehr Menschen in die großen Städte ziehen und Stellen in den Ämtern abgebaut werden.

Tatsächlich sind auch schon einige Funktionen über das Internet verfügbar. Vor allem die Terminvergabe wird digital organisiert. Da die Bürger oft trotzdem noch das unterbesetzte Amt aufsuchen müssen, ist damit aber nicht viel gewonnen. Eine Verwaltung, die innovativ sein will, ist genau das nicht, wenn Bürger Formulare zwar online ausfüllen und herunterladen können, aber noch immer per Post verschicken oder persönlich abgeben müssen – bloß um einen Parkausweis oder einen Reisepass zu beantragen. Der Gang zum Amt wäre mal etwas, das es sich lohnen würde, wegzurationalisieren […]

Dabei wollte Deutschland Vorreiter bei der digitalen Verwaltung, auch E-Government genannt, werden. In der E-Government-Strategie hieß es 2010: „Im Jahr 2015 erreicht das deutsche E-Government einen europäischen Spitzenplatz.“ Und auf welchem Spitzenplatz steht Deutschland im EU-Vergleich heute tatsächlich? Platz 18 von 28 bei digitalen öffentlichen Leistungen, so eine Untersuchung der EU-Kommission.

Analyst Dr. Carlo Velten sagt:

Von 2017-2020 wird die Digitalisierung im öffentlichen Sektor ein wichtiger Investitionsschwerpunkt sein und somit Chance für viele IT-Anbieter und -Dienstleister. Hier herrscht immenser Nachholbedarf. Fraglich ist, welche Finanzierungsinstrumente und Gesetze notwendig sind, um den gordischen Knoten zu durchschlagen, welcher derzeit die öffentlichen Institutionen hemmt.

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