Gelassen in die Zukunft der Arbeit
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Gelassen in die Zukunft der Arbeit

Deutsche Wissensarbeiter haben keine Angst vor der digitalen Zukunft, hat eine Adobe-Studie zur Zukunft der Arbeit herausgefunden. Die meisten fühlen sich für die Transformation gewappnet.

Anpackender Optimismus: So könnte man das Gefühl beschreiben, mit dem deutsche Wissensarbeiter den Veränderungen in der Arbeitswelt entgegensehen. Laut der im Juni 2017 erschienen Studie „Future of Work“ des US-amerikanischen Softwareunternehmens Adobe erwarten die Befragten einen grundlegenden Wandel – trauen sich aber zu, den auch zu meistern. 87 Prozent glauben, dass sich ihr Job-Profil in den nächsten fünf Jahren verändern wird. 40 Prozent gehen dabei sogar von großen Veränderungen aus. Warum sie dennoch gelassen bleiben? Weil sich lediglich zwei Prozent der Wissensarbeiter darauf überhaupt nicht vorbereitet fühlen, 29 Prozent dagegen geben an, bereits sehr gut für eine von digitaler Technik dominierte Arbeitswelt gerüstet zu sein (UK: 19 Prozent). Für die aktuelle Studie hat Adobe mehrere Tausend Wissensarbeiter in Deutschland, England und den USA befragt.

Angst vor Kollege Roboter?

Mit Kollege Roboter rechnen viele Befragten: 40 Prozent der deutschen Studienteilnehmer befürchten, dass ihr Job im Lauf der nächsten 20 Jahre von Maschinen übernommen werden könnte, ebenso viele glauben nicht daran. Jeder Zweite sieht seinen Job nicht gefährdet, weil dieser menschliche Fähigkeiten voraussetze. Jeder Fünfte fühlt sich zudem auf der sicheren Seite, weil die Kunden nach eigener Einschätzung auch in Zukunft lieber mit Menschen als mit Maschinen kommunizieren dürften.

Dass sich in Deutschland viele Wissensarbeiter auf den digitalen Wandel gut vorbereitet fühlen, lässt sich vermutlich auf ihre hohe Bereitschaft zur permanenten Weiterentwicklung zurückführen. Die Monitor-Studie „Digitalisierung am Arbeitsplatz“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hatte im vergangenen Jahr 2016 herausgefunden, dass 78 Prozent der Beschäftigten es angesichts des technologischen Wandels für notwendig erachten, sich digital weiterzubilden. In dieser Beurteilung ähneln sich Höher- und Niedrigqualifizierte.

Die Zahl jener, die beim Thema Weiterbildung auch den Staat in der Pflicht sehen und sich mehr Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Arbeitswelt der Zukunft wünschen, ist unter allen Befragten unabhängig von ihrer Nationalität hoch: Nur 21 Prozent der Deutschen (UK: 14 Prozent, USA: 17 Prozent) schätzen die bisherigen Anstrengungen ihrer Regierung als sehr effektiv ein.  

Jeder Zweite definiert sich über seinen Job

Das Verhältnis der Deutschen zur Arbeit wurde schon in vielen Studien beleuchtet: 86 Prozent geben zum Beispiel in der Vermächtnis-Studie von ZEIT, infas und WZB an, dass es ihnen sehr wichtig sei, erwerbstätig zu sein. Zum Vergleich: Das Leben genießen ist 82 Prozent sehr wichtig, eigene Kinder haben 78 Prozent. Auch die Adobe-Befragung lässt keinen Zweifel: Arbeit ist nach wie vor ein bestimmendes Element. Jeder zweite Deutsche (55 Prozent) definiert sich in erster Linie über seinen Job. Selbst nach einem Lottogewinn würden nur zwölf Prozent der Deutschen ihre Tätigkeit an den Nagel hängen (UK: 31 Prozent). Der deutsche Wissensarbeiter und sein Beruf – das ist eine gefühlvolle Angelegenheit: Mehr als Dreiviertel der Befragten (76 Prozent) lieben ihren Job. So viel Leidenschaft schwingt nur bei 59 Prozent ihrer britischen Kollegen mit.

Arbeiten – am liebsten im Team

Und wie hält es der Deutsche mit der Teamarbeit? Laut der Adobe-Studie ist er alles andere als ein Einzelkämpfer: „77 Prozent fühlen sich am wohlsten, wenn sie mit Kollegen persönlich zusammenarbeiten, 80 Prozent sind der Meinung, dass Teamfähigkeit in Zukunft noch wichtiger wird.“  Von der Digitalisierung profitieren die Befragten auch persönlich. 87 Prozent der Befragten erklären, dass sie dank moderner Technik produktiver arbeiten. 75 Prozent wünschen sich einen intelligenten digitalen Assistenten am Arbeitsplatz (UK: 66 Prozent, USA: 72 Prozent).

Vor einigen Monaten hatte der amerikanische Cloudspeicher-Anbieter Dropbox fast 4.000 Wissensarbeiter in den USA gefragt, was sie von der Digitalisierung für ihre Arbeitsweise erwarten. 75 Prozent halten flexibles Arbeiten für unabdingbar. „Für Wissensarbeiter ist es wichtiger denn je, arbeiten zu können, wo immer sie wollen“, schreibt dazu IT-Fachjournalist Michael Kroker in seinem Blog.

Über die Zukunft der Arbeit diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft beim Adobe Think Tank in Berlin. Die Diskussion finden Sie auf YouTube.

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