Industrielles IoT: Welche Anbieter machen das Rennen?
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Industrielles IoT: Welche Anbieter machen das Rennen?

Fast alle Industrieunternehmen stellen derzeit laut einer aktuellen Studie die Weichen in Sachen Industrial Internet of Things (IIoT). 60 Prozent diskutieren demnach grundlegende Investitionsentscheidungen. Welche Anbieter dabei das Rennen machen, ist jedoch noch völlig offen.

Noch ist fast nichts entschieden: Einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company zufolge („Choosing the Right Platform for the Industrial IoT“) diskutieren derzeit 60 Prozent der befragten Industrieunternehmen und Technologieanbieter ihre IoT-Strategie und haben sich noch nicht auf bestimmte Plattformen und Anbieter festgelegt. Doch nicht mehr lange: 2020 werden laut Studie bereits mehr als 60 Prozent der Firmen mit ersten Implementierungen von IIoT-Lösungen begonnen haben, während dann bereits rund 20 Prozent die Systeme unternehmensweit installierten. Spätestens 2025 seien fast alle Investitionsentscheidungen gefallen.

Auch kleinere IIoT-Anbieter gut positioniert

Entsprechend hoch ist der Druck auf die IIoT-Anbieter, da die kommenden Monate und Jahre über die grundsätzliche Marktaufteilung entscheiden werden. Laut IT-Fachmagazin Computerwoche buhlen nicht nur die großen US-amerikanischen Cloud- und Netzwerkanbieter Amazon, Microsoft oder IBM um die Gunst der Industriefirmen, sondern auch Softwarekonzerne wie SAP oder Oracle, der Mischkonzern GE oder der Automatisierungsspezialist Rockwell Automation. Die deutschen Industriekonzerne Siemens und Bosch sowie Maschinenbauer wie Dürr, Trumpf und DMG Mori oder die französische Schneider Electric würden sich ebenfalls im harten Wettbewerb um die Investitionsbudgets von Industrie, Logistik, Handel oder Gesundheitswesen befinden.

Dabei verfügen die großen Technologieanbieter nicht unbedingt über die größten Startvorteile. So zitiert die Computerwoche den Bain-Technologieexperten Dr. Hans Joachim Heider im oben referenzierten Artikel: „Alle Anbieter kündigen umfassende IoT-Plattformen an, aber die Resonanz potenzieller Kunden fällt sehr unterschiedlich aus. Kleinere Nischenanbieter mit spezialisierten Anwendungen sind häufig erfolgreicher als die großen Konzerne, die Milliarden in ihre IoT-Lösungen investieren.“

Konzerne sind auf Partnerschaften angewiesen

Die großen Konzerne wie Siemens, Bosch und GE hätten vor allem dann eine Chance, auf dem Markt Fuß zu fassen, wenn sie Partnerschaften mit IoT- und Branchenspezialisten eingehen, die ihnen zum Beispiel Cloud-Dienste, Netzwerkservices oder Datenanalysesoftware liefern. Auch kleinere Anbieter oder Start-ups sollten sie den Beratern von Bain zufolge in Betracht ziehen. So habe zum Beispiel Siemens erst kürzlich eine Kooperation mit der Software AG angekündigt. Im Rahmen der Partnerschaft will der Darmstädter Softwareanbieter skalierbare Komponenten seiner Digital Business Platform auf Siemens MindSphere bereitstellen.

Auch Bosch unterhalte seit längerem eine IoT-Partnerschaft mit der Software AG. Im Herbst 2017 haben sich außerdem Dürr, DMG MORI, Carl Zeiss Industrielle Messtechnik, ASM Assembly Systems und die Software AG zusammengetan, um gemeinsam die speziell für den Maschinenbau gedachte White-Label-IIoT-Plattform Adamos ins Leben zu rufen.

Microsoft wirbt mit einfachem IIoT-Einstieg

Eine Strategie, die vor allem auf kleinere Industrieunternehmen zielt, fährt Microsoft mit seinem im Dezember 2017 vorgestellten „IoT Central“. Diese Lösung zielt vor allem auf einen einfachen Einstieg ins IIoT ab – „auch ohne Expertenwissen“, wie das Handelsblatt meldete. Mit dem Dienst auf Basis von Microsofts Cloud-Plattform Azure würden Kunden über Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen in die Lage versetzt, vernetzte Produkte, Systeme und Maschinen effizient zu entwickeln, bereitzustellen und zentral zu verwalten. Zugleich solle dabei sichergestellt werden, dass die Unternehmen stets die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.

Laut Computerwoche sei IoT Central dabei nicht nur als „Einstiegsdroge“ für komplexere IoT-Szenarien auf Azure-IoT gedacht, sondern solle auch selbst weiterentwickelt werden. So solle die Lösung laut Microsoft in den kommenden Monaten Geschäftsanwendungen wie Dynamics 365, SAP oder Salesforce unterstützen.

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