Künstliche Intelligenz macht Unternehmen erfolgreicher
Bild: @istock.com/metamorworks Posted on von Big Data

Künstliche Intelligenz macht Unternehmen erfolgreicher

Langfristig erfolgreich sind Unternehmen nur, wenn sie künstliche Intelligenz entlang durchgängig digitalisierter und auch übergreifend verzahnter Wertschöpfungsnetzwerke einsetzen. Wie das praktisch aussehen kann und wie Datenanalysen die Entwicklung auch im Mittelstand treiben.

Die Experten der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sind sicher: Künstliche Intelligenz, kurz KI, wird in Zukunft der Wettbewerbsvorteil sein, der über Erfolg und Misserfolg jedes Unternehmens entscheidet. So die zentrale Aussage ihres im März 2018 veröffentlichten  Strategiepapiers „Künstliche Intelligenz als Innovationsbeschleuniger im Unternehmen“. 60 Prozent der von PwC befragten Verbraucher zeigen sich überzeugt, dass künstliche Intelligenz Antworten auf viele der drängendsten Probleme der modernen Gesellschaft liefern kann. Und für 72 Prozent der befragten Unternehmenslenker stellt die Möglichkeit, Daten in geistiges Eigentum zu transferieren, den Geschäftsvorteil der Zukunft dar.

Unternehmen planen Projekte mit KI

Vom Flug zum Mars über smarte Sprachassistenten bis hin zu medizinischen Diagnosen – künstliche Intelligenz ist längst keine Science Fiction mehr, sondern in Alltag und Leben vorgerückt. So haben Verbraucher jeden Tag Berührung mit der Technologie, die etwa in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen steckt. Und was machen Firmen damit? Eine Umfrage von IDC aus dem April 2018 gibt Auskunft: „Wie die Marktforscher berichten, ist künstliche Intelligenz für die meisten Firmen noch ein junges Thema, das aber mit großem Schwung angegangen wird. Innerhalb der nächsten zwölf Monate planen 69 Prozent der Befragten die Umsetzung eines neuen Projekts“, schreibt die Computerwoche in ihrer Online-Ausgabe. Unternehmen, die sich mit KI beschäftigen, fokussieren vor allem Effizienz und Produktivität. 59 Prozent möchten hier Potentiale heben. 48 Prozent der Befragten zielen darauf ab, mit KI auch Kosten zu reduzieren. IDC hatte IT- und Fachentscheider aus 350 hiesigen Unternehmen befragt.

Konkrete Anwendungen drehen sich bislang auch im Mittelstand um intelligente Assistenten, die Kundenanfragen beantworten oder Entscheidungen im Geschäftsalltag unterstützen. Damit sind nicht nur Chatbots gemeint, wie sie im Service zum Einsatz kommen, sondern auch Applikationen, die sich via Stimme steuern lassen. Das umfasst zum einen Hilfe bei täglichen Büro-Routinen, aber auch Unterstützung bei der betrieblichen Beschaffung. Wer zum Beispiel seinen Einkauf über die cloudbasierte Einkaufslösung SAP Ariba managt, spricht schon bald mit einem intelligenten KI-Bot. Auch Softwareroboter sind gefragte Helfer. Die sogenannten RPA-Bots (Robotic Process Automation) unterstützen Firmen bei Routineaufgaben und sind in der Lage, schneller als jeder Mensch beispielsweise Stammdaten zu pflegen und Rechnungen zu schreiben.

KI-Potential voll ausschöpfen

Die Umfrage von IDC zeigt auch: Zwar ist KI in den Unternehmen angekommen, bis dato umgesetzt sind dabei aber nur kleine und fest umrissene Pilotprojekte. Aber wo sich Unternehmen nur auf Teilprojekte konzentrieren, verschenken sie ökonomisches Potential. „Der ausschlaggebende Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg“, schreiben die Autoren der PwC-Studie, „ist die Ausschöpfung des vollen Potentials der digitalen Wertschöpfungskette.“ Heißt konkret: Künstliche Intelligenz macht Unternehmen dann erfolgreich, wenn die Technologie konsequent im gesamten Geschäfts- und Betriebsmodell zum Einsatz kommt.

Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel Netflix. Das US-Medienunternehmen hat von Anfang an ein personalisiertes Nutzererlebnis über Datenanalysen und künstliche Intelligenz realisiert. So schlägt der Online-Dienst seinen Abonnenten Serien und Filme via Algorithmus vor. Früher speiste sich der Vorschlagsservice dabei nur aus öffentlichen Quellen und Filmdatenbanken wie IMDb. Heute greift das System auf Daten zu, die jeder Nutzer des Dienstes beim Streaming selbst produziert: Welche Filme werden angeschaut? Welche von wem mittendrin abgebrochen? Wie bewerten Nutzer einzelne Folgen einer Serie? Erkenntnisse, aus denen Netflix mit Algorithmen Produktvorschläge ableitet. Nutzer, denen zum Beispiel die Filme A, B und C gefielen, gefiel auch Film D. Also bekommen daraufhin alle Film D vorgeschlagen, die A, B und C auch mochten. Die Herausforderung: Die Netflix-User haben es sehr eilig. Nicht mehr als 60 bis 90 Sekunden möchten die Anwender suchen. Im Durchschnitt überfliegen sie zwanzig Titel – drei kommen in die engere Auswahl, bevor der Filmabend beginnt, wie das Unternehmen in der Association for Computing Machinery online berichtet.

Und nicht nur beim Vorschlagssystem setzt der Dienst auf künstliche Intelligenz. Auch die Video-Streams komprimiert Netflix mit der Technologie. Nutzer erhalten stets ein optimales Bild, bei gleichzeitig reduziertem Datenverbrauch. 4 Gigabyte entsprechen ohne KI rund 10 Stunden Netflix-Video – mit KI sind es 26 Stunden. Das macht den Dienst auch für Smartphone-Nutzer interessant, die ihr Datenbudget im Griff und Serien auch unterwegs im Blick behalten möchten.

KI löst komplexe Probleme eigenständig

Mitarbeiter von Routineaufgaben im Büro befreien, mit dem intelligenten Assistenten sprechen und insbesondere das eigene Geschäfts- und Betriebsmodell konsequent digitalisieren, um überall von Datenanalysen zu profitieren – Ziele, die Unternehmen laut PwC verfolgen sollten. Die wirklichen Durchbrüche mit künstlicher Intelligenz sind in der Entstehung vollkommen neuer Geschäftsmodelle auf Basis der Technologie zu erwarten. Also dann, wenn KI auf Grundlage analysierter Daten eigenständig begründete Entscheidungen treffen kann.

So prognostizieren die PwC-Berater, dass KI ab dem Jahr 2030 so weit sein wird, mentale und physische Fertigkeiten des Menschen automatisieren zu können. Und das dann auch in dynamischen Umgebungen, die spontane Reaktionen erforderlich machen. Was das bedeuten kann? Flugzeuge, die autonom über den Himmel fliegen. Oder Roboter in Büro und Firma, die nicht nur standardisierte Routineaufgaben übernehmen, sondern eigenständig auch komplexere Projekte lösen.

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