Kunden haben kaum Vertrauen in IoT – und nutzen es trotzdem
Bild: @istock.com/AndreyPopov Posted on von Internet der Dinge

Kunden haben kaum Vertrauen in IoT – und nutzen es trotzdem

Wer bleibt schon bei einem Anbieter, dem er nicht vertraut? Offenbar viele, wie eine Umfrage unter Nutzern von IoT-Produkten zeigt.

Mangelndes Vertrauen der Endverbraucher in die Nutzung ihrer Daten kann die Akzeptanz eines IoT-Produkts negativ beeinträchtigen. Der kalifornische IT-Riese Cisco hat deshalb 3.000 Nutzer von IoT-Geräten und -Diensten nach ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt. Überraschende Erkenntnis: Nur ein Bruchteil der Befragten hat Vertrauen in Datenschutz und -sicherheit im Internet der Dinge – trotzdem könnten sich viele Nutzer nur schwerlich von ihrem vernetzten Produkt trennen: Es hat schlicht einen zu hohen Wert für sie. Cisco gab seinem Bericht daher den Titel „The IoT Value/Trust Paradox“.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten Verbraucher zwar der Meinung sind, dass IoT-Dienste ihnen einen signifikanten Mehrwert bieten. 53 Prozent der Befragten sagten etwa, das Internet der Dinge mache ihr Leben komfortabler. 47 Prozent gaben an, dass „persönliche vernetzte Geräte“ Zeit sparten oder ihr Leben effizienter machten. 36 Prozent sagten, sie sparten mit ihren vernetzten Endgeräten Geld. Und nach Meinung von 34 Prozent der Befragten helfen die Connected Devices dabei, sich selbst und ihre Familienangehörigen zu beschützen.

Den höchsten Mehrwert schrieben die Nutzer Connected-Car-Diensten, Smart-Home-Geräten und Wearables zu. Nur sehr wenige verstehen aber, wie ihre IoT-Daten verwaltet und genutzt werden. Kein Wunder also, dass nur neun Prozent der Befragten „ein hohes Maß an Vertrauen haben, dass die vom IoT-Gerät gesammelten Daten sicher sind.“ Mehr als die Hälfte der Nutzer (52%) hat nur geringes oder gar kein Vertrauen, und nur 14 Prozent fühlen sich von Unternehmen gut informiert darüber, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden.

Das IoT als integraler Bestandteil des Lebens

42 Prozent der Verbraucher stecken in einem Dilemma: Das Internet der Dinge ist so tief in ihrem Alltag verankert, dass sie nach eigenen Angaben Schwierigkeiten hätten, sich dauerhaft (25%) oder auch nur zeitweise (17%) von ihrem IoT-Produkt zu trennen – trotz des mangelnden Vertrauens in die Datensicherheit. Ein Paradoxon, wie Cisco es nennt: Die Ergebnisse deuteten darauf hin, „dass wir uns dem Punkt nähern, an dem die Verbraucher das Internet der Dinge unwiderruflich als integralen Bestandteil ihres Lebens sehen.“ Es sei leichter, Unsicherheit und Risiken zu tolerieren, als sie abzuschalten.

Allerdings: Die Nutzer tauschen zwar Vertrauen gegen Mehrwert ein, aber sie tun dies nur widerstrebend. So lehnen es 53 Prozent ab, dass ihr IoT-Gerät überhaupt Daten sammelt. Der Wunsch der Verbraucher nach Transparenz in Bezug auf die Verwendung ihrer Daten ist laut Umfrage groß. Verpflichtung und Chance zugleich für die Wirtschaft und die Anbieter von IoT-Plattformen: „Immer mehr Unternehmen bauen ihre Geschäfte um IoT-Services herum auf“, sagt Macario Namie, Head of IoT Strategy bei Cisco. „Doch zuerst müssen sie ihre Kunden darüber aufklären, wie sie deren Daten nutzen. Und dass sie damit neue Dienste bereitstellen, die ihr Leben verbessern.“

3 Tipps: So schaffen Unternehmen mehr Vertrauen ins IoT

Der IT-Dienstleister gibt Unternehmen mit seinem Report eine Art Maßnahmenkatalog an die Hand, um Diskrepanzen zwischen Vertrauen und Mehrwert im Internet der Dinge aufzulösen:

  • Cisco empfiehlt Unternehmen, eine klare Datenpolitik aufzustellen und diese mit Ihren Kunden zu teilen, also transparent aufzuklären, wie sie Nutzerdaten verarbeiten und sichern. Aber auch, wie die Nutzung der Daten dazu beiträgt, die Erfahrungen ihrer Kunden zu verbessern.
  • Unternehmen sollten den Weg der Daten gezielter kontrollieren und mit Hilfe einer IoT-Plattform feststellen, wer welche Daten wann, wo und wie erhält. Und damit dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken – was dann zu einer größeren Akzeptanz ihrer IoT-Dienste führen kann.
  • Zudem sollten laut Cisco die Verantwortlichkeiten entlang der gesamten IoT-Wertschöpfungskette geklärt werden. Dazu gehöre eine Bewertung aller Anbieter sowie eine Verpflichtung zu einem Mindeststandard, was die Sicherheit von IoT-Lösungen angeht.

zurück zur Startseite

Kommentar

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.