Location Intelligence für den Mittelstand
Quelle: © iStock.com/peterhowell Posted on von Big Data

Location Intelligence für den Mittelstand

Location Intelligence setzt Daten aus unterschiedlichen Quellen in einen räumlichen Bezug. Das macht diese Form der Big-Data-Analytik insbesondere für lokal tätige Mittelständler interessant. Bisher waren solche Maßnahmen allerdings viel zu teuer. Ein Forschungsprojekt möchte das ändern.

Lassen sich beim Wechsel von Stromanbietern Verhaltensmuster erkennen? Und aus diesen Erkenntnissen Rückschlüsse ziehen, um die Abwanderung von Kunden zu neuen Anbietern zu verhindern oder gar rückgängig zu machen? Treten solche Verhaltensmuster gegebenenfalls in bestimmten Stadtvierteln besonders häufig auf? Und könnten gezielte Angebote oder Werbemaßnahmen dem entgegenwirken? Fragen, die sich auch dem Management der Stadtwerke Kaiserslautern stellten – so, wie generell vielen mittelständischen Stromversorgern, die sich zunehmend damit auseinandersetzen müssen, dass ihre Kunden zu überregionalen Wettbewerbern wechseln.

Kostengünstige Lösung für den Mittelstand

Klar ist: Solche Fragen lassen sich beantworten – mit der richtige Datenbasis. Die Lösung: Big Data für lokale Anforderungen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse haben für Mittelständler enorme Bedeutung – nicht nur für Energieversorger. „Einzelhändler sind dann erfolgreich, wenn sie sich auf ihre lokalen Stärken besinnen“, sagt Jörg Funder, Professor für Strategisches Management und Unternehmensführung im Handel an der Hochschule Worms, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, „weil sie gerade deshalb im örtlichen Wettbewerb bestehen können.“

Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen:  Allein 2017 soll der Umsatz mit Big-Data-Lösungen laut Statista auf weltweit umgerechnet knapp 28 Milliarden Euro steigen, 2020 sollen es bereits umgerechnet knapp 48,5 Milliarden Euro sein.

Mittelständlern fehlen für diese Lösungen allerdings oftmals Geld und Know-how. Das hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erkannt und das Förderprogramm „Smart Data – Innovationen aus Daten“ ins Leben gerufen. Mit rund 30 Millionen Euro fördert das BMWi 13 Leuchtturmprojekte in ganz Deutschland, die sich mit ihren Produkten und Services vor allem auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen fokussieren. Weitere 25 Millionen Euro steuern die beteiligten Unternehmen und Organisationen bei. Das geförderte Projekt SmartRegio etwa entwickelt eine kostengünstige Lösung, die Unternehmen helfen soll, regionale Trends auf Basis lokaler Massendaten zu erkennen.

Daten integrieren, analysieren und visualisieren

Schon heute können Unternehmen mit Hilfe von Geodatenanalysen auch komplexe Fragen besser und zuverlässiger selbst beantworten als auf Grundlage reiner Erfahrungswerte oder mit Hilfe teuer zugekaufter Expertise. Grundlage für diese Location Intelligence sind frei verfügbare Daten wie Open Data der öffentlichen Verwaltung oder Inhalte aus sozialen Medien. Hinzu kommen unternehmenseigene Daten und kommerzielle Marktanalysedaten. All diese Informationen lassen sich für neue Erkenntnisse auswerten, verknüpfen und visualisieren.

Zum Beispiel über eine Software-Plattform für interaktive Visualisierung, die die am SmartRegio-Projekt beteiligten Software-Anbieter und Forschungseinrichtungen entwickelt haben: Diese Plattform will Nutzern helfen, Trends und Zusammenhänge zu erkennen – zum Beispiel, wie sich die Geschäftszahlen regional entwickeln oder weshalb eine lokale Werbemaßnahme wirksam war. Diese Art der Aufbereitung soll auch von Personen ohne großes Big-Data-Vorwissen nutzbar sein. Und zugleich Mittelständler dabei unterstützen, mit Hilfe räumlicher Datenanalyse fundierte Entscheidungen zu treffen.

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