Neuer Mobilfunkstandard: Was erwarten die Nutzer von 5G?
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Neuer Mobilfunkstandard: Was erwarten die Nutzer von 5G?

Die Zeichen stehen gut, dass der neue Mobilfunkstandard 5G noch in diesem Jahr kommerziell startet – zunächst in den USA. Die notwendigen Standards sind verabschiedet. Die Erwartungen der Kunden an 5G gehen dabei weniger in Richtung Technologie, sondern zielen mehr auf die Vermarktung.

Zuletzt ging es Schlag auf Schlag: Kurz vor Weihnachten 2017 verabschiedete das zuständige Gremium 3GPP einen wichtigen Standard, der die Fähigkeiten des neuen 5G-Mobilfunkstandards mit dem existierenden 4G-Netz kombinieren wird. Und Anfang Januar 2108 gab der US-amerikanische Telekommunikationsanbieter AT&T bekannt, dass er bereits Ende des Jahres zwölf Städte in den USA mit 5G versorgen möchte und somit die kommerzielle Nutzung des neuen Highspeed-Mobilfunks einläutet.

Breite 5G-Allianz

Zuvor stehen umfassende Tests einer breiten Allianz aus Telekommunikationsunternehmen weltweit an. Zu ihnen zählen Ericsson, Huawei, Intel, Nokia, Samsung, AT&T, BT, China Mobile, China Telecom, China Unicom, Deutsche Telekom, Fujitsu, KT Corporation, LG Electronics, LG Uplus, MediaTek, NEC Corporation, NTT DoCoMo, Orange, Qualcomm, SK Telecom, Sony Mobile Communications, Sprint, TIM, Telefonica, Telia Company, T-Mobile USA, Verizon, Vodafone und ZTE.

Ebenfalls im Januar veröffentlichte der Mobilfunkausrüster Ericsson eine Konsumentenbefragung zu 5G, über die Computerwoche-Redakteur Manfred Bremmer berichtet: „Das Spektrum der Wünsche wirkt vertraut: unkomplizierte Datenpläne und der Fokus auf die tatsächliche Netzleistung beim Marketing.“ Demnach sind es weniger die technologischen Vorteile, welche die potenziellen Nutzer hervorheben, sondern Fragen der Vermarktung.

Heutige Datentarife sind zu kompliziert

Als Grund für diese Wünsche identifiziert Bremmer die schlechten Erfahrungen mit der derzeitigen Mobilfunknutzung: Ein Großteil der Verbraucher finde die derzeitige Gestaltung der mobilen Datenverträge mit all ihren Optionen generell zu komplex, zumal die Betreiber mit häufigen Preisänderungen, Kampagnen und Sonderaktionen die Verwirrung noch verstärkten. Als Resultat sei sich die Hälfte aller Smartphone-Nutzer laut Studie nicht bewusst, welches Datenvolumen ihr Vertrag zulässt, und sieben von zehn Benutzern seien sich nicht sicher, wie viel mobile Daten sie monatlich verbrauchen.

Die Ericsson-Studie „Towards a 5G Consumer Future“ identifiziert sechs Handlungsfelder für Netzbetreiber, die sich an den Wünschen des Endkunden orientieren. Frei von der Redaktion zusammengefasst, sind das:

  1. Kunden wünschen sich einfache und transparente Tarifmodelle.
    • Zu kompliziert: Über die Hälfte der Mobilfunknutzer versteht nicht, welche Leistungen die Tarife der Anbieter beinhalten. Nur drei von zehn Verbrauchern haben den Eindruck, dass ihr Anbieter Tarifoptionen einfach verständlich und transparent darstellt.
  2. Kunden fordern nicht unbedingt unbegrenzte Flatrate-Tarife, sondern Tarife, die ihnen das Gefühl vermitteln, genügend Datenvolumen für die eigenen Anforderungen zu haben.
    • Bitte nicht mitzählen: Knapp die Hälfte der Nutzer wünscht sich, dass die Datennutzung von Apps im Bereich Social Media, Video oder Musik bei der Berechnung des monatlichen Datenverbrauchs keine Rolle spielt (Zero-Rating). Etwa ein Drittel der Kunden wünscht sich, ungenutztes Datenvolumen eines Monats zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen zu können.
  3. Kunden wollen Gigabytes wie Geld nutzen.
    • Neue Währung Gigabytes: 41 Prozent der Smartphone-Nutzer verbrauchen durchschnittlich deutlich weniger Datenvolumen als sie mit ihrem Tarif bezahlen. Zwei von fünf Verbrauchern würden ungenutzte Daten gerne wie echtes Geld verwenden, etwa um zu sparen, zu handeln oder Volumen zu verschenken.
  4. Kunden wollen maßgeschneiderte Pakete, die ihren Nutzungsgewohnheiten entsprechen.
    • Mehr Individualisierung: Zero-Rating gut und schön – die meisten Verbraucher wünschen sich jedoch mehr individuelle Möglichkeiten bei der Auswahl von Produkten und Diensten, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort wollen und benötigen.
  5. Kunden erwarten Leistungen mit 5G, die über die Vorteile höherer Geschwindigkeit und besserer Netzabdeckung hinausgehen.
    • Akkulaufzeit, Zuverlässigkeit und IoT: Weltweit interessieren sich drei Viertel der Smartphone-Nutzer für die Idee von 5G. Mehr als ein Drittel erwartet damit einhergehend Verbesserungen im Bereich Akkulaufzeit, höchste Zuverlässigkeit, garantierte Servicequalität sowie die Möglichkeit, sich mit dem Internet der Dinge verbinden zu können.
  6. Kunden wünschen, dass die Marketing-Versprechen und die realen Erfahrungen mit dem gebuchten Netz besser übereinstimmen.
    • Weniger Werbeparolen, mehr Ehrlichkeit: Derzeit vertrauen nur vier Prozent der Mobilfunkkunden den Werbeaussagen und Performance-Angaben ihres Anbieters. Verbraucher fordern von Betreibern, sich mehr auf die Netzwerkerfahrung ihrer Kunden zu konzentrieren.

Konsumenteninteresse ist groß

Generell stößt 5G auf reges Kundeninteresse. 76 Prozent der weltweit von Ericsson befragten Konsumenten fühlen sich von den 5G-Vorteilen angesprochen, 44 Prozent sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Laut Computerwoche hofft über ein Drittel, dass ihnen 5G mehr Möglichkeiten eröffnet als einen bloßen Geschwindigkeitszuwachs, bessere Netzabdeckung und niedrigere Preise – die Nutzer versprächen sich etwa eine längere Akkulaufzeit und die Möglichkeit, nicht nur Geräte, sondern auch das Internet of Things (IoT) mit 5G zu verknüpfen.

Weitere Vorteile durch 5G

In Deutschland erwarten Analysten, das die fünfte Generation des Mobilfunks bis 2020 marktreif ist. Die Übertragungsgeschwindigkeit soll dann etwa das Zehnfache des heutigen LTE-Standards erreichen. Durch extrem niedrige Latenzzeiten verbessert sich zudem die Verbindung mit und zwischen Maschinen und Geräten, was die im Internet of Things oft benötigte Echtzeit-Kommunikation ermöglicht. Weitere 5G-Vorteile sind eine bessere Netzabdeckung und ein deutlich geringerer Strom- und Energieverbrauch.

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