Spionage-Software in Android-Apps
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Spionage-Software in Android-Apps

In mehr als 230 Android-Apps soll die Werbe-Software Silverpush eingebaut sein, die Benutzer mittels Ultraschall bespitzelt. Dies haben Forscher der TU Braunschweig herausgefunden.

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An dieser Stelle empfehlen und kommentieren Analysten von Crisp Research regelmäßig Web-Beiträge exklusiv für die Leser von Digitales-Wirtschaftswunder.de. Thema heute: Androids Werbe-Software.

Quelle: PC-Welt.de

Werbe-Tracking per Ultraschall in über 230 Android-Apps

Die für die Werbeindustrie entwickelte Technik besteht aus zwei Komponenten. Eine ist ein „uBeacon“ (Ultraschall-Leuchtfeuer) genanntes Signal, das etwa durch Fernseher, Computer oder Werbetafeln ausgestrahlt werden kann. Es besteht aus für Menschen kaum wahrnehmbaren Tönen im Frequenzbereich zwischen 18.000 und 20.000 Hz. Alternativ können die (nahezu) Ultraschallsignale auch in Videos eingebaut sein.

Das zweite Element ist die Silverpush-Software in Smartphones. Die Mikrofone der Smartphones nehmen die Ultraschalltöne auf, die Silverpush-Software wertet die Signale aus. So können Werbetreibende etwa feststellen, dass sich ein Smartphone-Besitzer in einem bestimmten Ladengeschäft aufhält oder vor einer elektronischen Werbetafel steht. Ebenfalls denkbar ist das Einbetten solcher Ultraschalltöne in TV- oder Radio-Sendungen, zum Beispiel Werbe-Clips. Konkrete Beispiele für Ultraschall-Tracking in TV-Werbung haben die Forscher jedoch bislang nicht entdeckt.

Analyst Max Hille sagt:

Zwischen Datenschutz-Skandal und Business-Opportunity bewegt sich Androids „Silverpush-Streich“. Ohne das Wissen der Benutzer derartige Tracking-Tools zu verwenden, ist zweifelsfrei problematisch und eine Verletzung des Datenschutzes. Ohne einen echten Mehrwert für die Nutzer, geht es hier nur um eine attraktive Einnahmequelle für die App- und Werbe-Anbieter. Im Umkehrschluss sind Technologien für Location-based Services und zugeschnittene, individuelle Inhalte und Informationen ein echter Zukunftstrend. Als Potential für digitale Geschäftsmodelle und für eine bessere Digital Customer Experience besitzen sie ein oft noch ungenutztes Potential. Rahmenbedingungen für den Datenschutz, konstruktive Einsatzszenarien, die allen nutzen und eine Einwilligung der Nutzer sind dafür aber Pflicht.

 

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