Studie: Big Data und Analytics auf Wachstumskurs
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Studie: Big Data und Analytics auf Wachstumskurs

260 Milliarden Dollar Umsatz soll der weltweite Markt für Big Data und Business Analytics 2022 erreichen. Spitzenreiter unter den Investoren: Finanzwirtschaft und Fertigungsunternehmen. Für rund 25 Prozent der Umsätze sorgen mittelständische Betriebe.

Die IDC-Marktforscher haben ein Update ihres „Worldwide Semiannual Big Data and Analytics Spending Guide“ veröffentlicht und ihre Prognose entsprechend aktualisiert. Sie gehen davon aus, dass der globale Markt für Big Data und Business Analytics (BDA) im Jahr 2022 ein Gesamtvolumen von rund 260 Milliarden US-Dollar erreicht. Im Zeitraum zwischen 2017 und 2022 soll die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate demnach bei 11,9 Prozent liegen.

Banken und Fertiger investieren am meisten

Für 2018 taxiert IDC das Umsatzvolumen im BDA-Markt auf 166 Milliarden US-Dollar – 11,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark investieren Banken, Fertigungsunternehmen, Dienstleister und Regierungen. Ihre Ausgaben addieren sich auf 81 Milliarden US-Dollar – das entspricht fast der Hälfte der weltweiten BDA-Umsätze in diesem Jahr. Die höchsten jährlichen Ausgabensteigerungen  im Prognosezeitraum fallen in Einzelhandel (+13,5 Prozent), Bankensektor (+13,2 Prozent) und Dienstleistungsbereich (+12,9 Prozent) an. Für ein Viertel aller Umsätze sorgen laut IDC kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Besonders begehrt: Query-, Reporting- und Analyse-Tools

Mehr als die Hälfte der Investitionen im BDA-Markt fließt in IT- und Business-Services. Auch künftig wird dieses Segment laut IDC zulegen, wobei die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei 13,2 Prozent liegen soll. Starke Nachfrage herrscht ebenfalls bei Software-Produkten: Die Ausgaben hierfür sollen den Marktforschern zufolge im Jahr 2022 bei mehr als 90 Milliarden US-Dollar liegen. Ganz oben auf den Einkaufslisten der Unternehmen stehen demnach Query-, Reporting- und Analyse-Tools sowie Systeme für Relational Data Warehouse Management. Stark gefragt sein werden zudem Plattformen für Künstliche-Intelligenz (+36,5 Prozent ) und nicht-relationale analytische Datenspeicher (+30,3 Prozent). Unter dem Durchschnitt liegt das Wachstum im Bereich Server und Storage mit 7,3 Prozent.

USA sind größter Markt – Westeuropa auf Platz zwei

Der IDC-Studie zufolge sind die USA mit Abstand der größte Markt im BDA-Segment und werden dies im Prognosezeitraum auch bleiben:  Mehr als die Hälfte des jährlichen Marktvolumens soll 2022 in den USA erlöst werden. Für 2018 erwartet IDC 88 Milliarden US-Dollar Umsatz, während Westeuropa bei 35 Milliarden US-Dollar liegt. Auf dem dritten Rang folgt die Region Asien-Pazifik mit 23,9 Milliarden US-Dollar. Bezogen auf einzelne Länder führen die USA vor Japan, Großbritannien, Deutschland und China. Als besondere Wachstumsmärkte hat IDC außerdem Argentinien (+20,8 Prozent), Vietnam (+19,8 Prozent), die Philippinen (+19,5 Prozent) und Indonesien (+19,4 Prozent) identifiziert.

Studie „biMA 2017/18“ zeigt Schwächen bei Datennutzung auf

Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fehlt es Sachen Business Intelligence und Analytics immer noch an Reife bei der Nutzung unterschiedlicher Daten – so das Ergebnis der BI & Analytics-Studie biMA 2017/18 von Sopra Steria Consulting und BARC, für die 314 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen im deutschsprachigen Raum (DACH) befragt wurden. Demnach bemängelt jedes zweite Unternehmen (49 Prozent), dass Daten für Auswertungen widersprüchlich, unvollständig oder veraltet seien. Nur jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) gibt an, keine Probleme mit der Datenqualität zu haben. Management-Entscheidungen basieren somit oft auf mangelhaften Informationen, weil das Spektrum der verfügbaren Daten nicht ausgeschöpft wird und die Qualität der genutzten Daten teilweise unzureichend ist.

Mangelndes fachliches Verständnis erschwert BI-Nutzung

Hinzu kommt laut der biMA-Studie in vielen Unternehmen fehlendes fachliches Verständnis: Entscheider sind oft nicht in der Lage, Analyseergebnisse richtig zu interpretieren, weil ihnen wesentliche Zusatzinformationen in Form von Metadaten fehlen. Wachsende Datenmengen aus unterschiedlichsten Datenquellen verschärfen dieses Problem zusätzlich. Die Integration von Data Lakes, Cloud-basierten Werkzeugen oder Self-Services verändert die vorhandenen Unternehmensarchitekturen und vergrößert ihre Komplexität. Wächst das fachliche Verständnis für die Nutzung dieser Werkzeuge nicht in gleichem Maße, lässt sich ihr Potenzial nicht erschließen.

Effiziente Aufbau- und Ablauforganisation erforderlich

Darüber hinaus ist der Studie zufolge ein erfolgreicher Einsatz  von BI & Analytics von einer effizienten Aufbau- und Ablauforganisation abhängig. Diese führt Experten aus den Fachbereichen und der IT-Abteilung zusammen, wobei die Rollen mit ihren jeweiligen Rechten und Pflichten eindeutig geregelt sein müssen. Klare Abläufe, ein agiles Vorgehen und eine entsprechende Kultur im Bereich der Organisation bilden die wesentlichen Grundlagen dafür, um effiziente, datengetriebene Entscheidungsprozesse zu etablieren.

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