UC as a Service mit starkem Wachstum
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UC as a Service mit starkem Wachstum

Mit dem Ende des ISDN-Netzes stellen sich viele Unternehmen die Frage ihrer zukünftigen Kommunikationslösung. Viele entdecken dabei Unified Communications as a Service (UCaaS) für sich. Der All-IP-Countdown ist aber nicht der einzige Grund, warum der UCaaS-Markt stark wächst.

Lösungen für die Kommunikation waren früher in vielen Unternehmen ein Randthema, das häufig nur im Abstand mehrerer Jahre aufkam, wenn der Mietvertrag der Telefonanlage auslief. Mit der Ankündigung, dass 2018 die Umstellung von ISDN auf das All-IP-Netz abgeschlossen sein soll, stellen sich viele Unternehmen die Frage, wie man sich generell hinsichtlich der Kommunikationslösungen in Zukunft aufstellen soll.

Denn während die Möglichkeiten der Unternehmenskommunikation bis vor einigen Jahren noch sehr übersichtlich waren, gibt es heute eine Vielzahl von Optionen, z.B. Unified Communications, und unterschiedliche Bereitstellungsmodelle. Auch die Anbieterlandschaft hat sich erheblich gewandelt, manch ein etablierter Provider ist verschwunden, viele neue Anbieter sind auf den Markt gekommen, IT-Anbieter haben das Kommunikationsthema in ihr Portfolio integriert und weiterentwickelt.

Manche Firmen sehen sich unter Zugzwang, bzw. fürchten, Ihre gewohnten Funktionalitäten oder bisheriges Equipment nicht mehr nutzen zu können. Natürlich gibt es gegebenenfalls verschiedene Punkte, die zu berücksichtigen sind, aber immer mehr Unternehmen begreifen die Umstellung auch als eine Chance, die Möglichkeiten neuer Technologien zur effizienten Kommunikation und Zusammenarbeit zu nutzen und sich damit auch die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

 

Der deutsche Markt für UC as a Service wächst deutlich

Von den Impulsen dieser Neuorientierung profitiert besonders der Markt für Unified Communications as a Service.

Unified Communications (kurz: UC) stellt die Zusammenführung verschiedener Kommunikationsdienste – wie Fest- und Mobiltelefonie, E-Mail und Instant Messaging – in einer einheitlichen Plattform mit Anzeige der Erreichbarkeit des Anwenders (Präsenz) dar. Im As-a-Service-Modell wird die Lösung von einem Dienstleister in seinem Rechenzentrum betrieben.

 

Wachstumsmarkt Unified Communications as a Service, Quelle: Experton Group AG, 2016

 

Das Volumen des deutschen Marktes für Unified Communications as a Service wird zwischen 2016 und 2018 durchschnittlich um mehr als 23 Prozent pro Jahr wachsen. Während die Firmen in Deutschland 2016 noch 195 Mio. Euro für UC as a Service ausgaben, werden dies 2018 bereits 296 Mio. Euro sein. Eine vergleichbare Dynamik können nur wenige Segmente des IT- und Telekommunikationsmarktes in Deutschland vorweisen.

 

Gründe für den Erfolg von UC-as-a-Service-Lösungen

Die steigende Nachfrage nach UC as a Service kommt nicht von ungefähr, sondern erklärt sich aus den Vorteilen dieser Lösung und der Erfordernisse des Arbeitsplatzes der Zukunft und wirtschaftlichen Anforderungen, denen hiermit begegnet werden kann.

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird immer weniger an einen Ort, sprich das Firmenbüro, gebunden sein. Mitarbeiter müssen in einer globalisierten Welt und wettbewerbsintensiveren Wirtschaft immer häufiger bei den Kunden vor Ort sein und nutzen entsprechend mobile Endgeräte, um mit ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben. Im Zusammenhang der „virtuellen Teams“ sind auch im Mittelstand immer häufiger Home Offices und (weltweit) verteilte Mitarbeiter zu nennen, die in unterschiedlichen Niederlassungen oder bei Kunden oder Partnern im Einsatz sind. Trotz – oder besser gerade – aufgrund der Verteilung der Mitarbeiter in Arbeitsgruppen müssen diese weiterhin zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren können. Um den Austausch in diesen „virtuellen Teams“ zu ermöglichen, gibt es inzwischen eine Vielzahl von Kommunikationsmitteln: neben dem klassischen Telefon und dem Mobiltelefon, E-Mail, Audio-, Web- und Videokonferenzen, Instant Messaging etc.

Man sollte meinen, dass sich mit den zunehmenden Möglichkeiten der Vernetzung die Kommunikation verbessert hat. Dies lässt sich allerdings nicht uneingeschränkt bejahen, denn mit der zunehmenden Zahl der Kommunikationsmittel hat sich leider die Erreichbarkeit nicht zwangsläufig verbessert. Ein Beispiel: Man möchte schnell mit einem Kollegen eine Frage klären. Man ruft ihn auf dem Festnetz an, es meldet sich aber nur die Voicebox. So versucht man es auf dem Mobiltelefon, und da auch hier der gewünschte Gesprächsteilnehmer nicht erreichbar ist, schreibt man am Ende doch eine E-Mail. Die Folge: Die Effizienz leidet. Effizienter kommunizieren zu können, ist der Ansatz von Unified Communications, indem Unified-Communications-Lösungen die verschiedenen Kommunikationskanäle in einer einheitlichen Plattform integrieren und über die Präsenzfunktion die Erreichbarkeit der Kontakte angezeigt wird. Bisher war Unified Communications vor allem für größere Unternehmen interessant, weil hier durch die große Zahl der Mitarbeiter Face-to-Face-Zusammenarbeit schwieriger zu realisieren ist und Kommunikation auf elektronische Unterstützung angewiesen ist. Allerdings wird Unified Communications auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen immer interessanter, da auch hier Mitarbeiter immer mobiler werden, Home Offices sich zunehmend durchsetzen und die Unternehmen auch immer häufiger in die Lieferkette großer Partnerfirmen eingebunden sind. Für letzteren Fall ist die „Federation“-Funktion nützlich, welche die Einbindung in eine UC-Lösung eines anderen Unternehmens ermöglicht. Das bedeutet, dass die internen Kommunikationskanäle sich auch mit den IT- und TK-Systemen eines externen Unternehmens verbinden können. Somit können Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen UC so nutzen, als ob sie Mitarbeiter desselben Unternehmens wären.

Zusätzliche positive Aspekte ermöglicht eine UC-Lösung, wenn sie nicht im eigenen Unternehmen betrieben, sondern als Software as a Service (SaaS) genutzt wird. Dies ermöglicht, im Sinne eines flexibel agierenden Unternehmens nach Bedarf UC-Arbeitsplätze buchen zu können, anstatt entsprechende Lizenzen in maximal benötigter Anzahl erwerben zu müssen. Das ist vor allem für Unternehmen mit saisonal schwankendem Geschäft interessant. Aber auch andere Firmen profitieren davon, dass sich die Kapitalbindung reduziert und stattdessen Betriebskosten anfallen. Des Weiteren ist auch der Management-Aufwand viel geringer; indem der Anbieter den zuverlässigen, sicheren Betrieb und die aktuellste Software-Version gewährleistet. So können auch Unternehmen mit geringen Kapitalmitteln und Know-how von einer modernen Anwendung profitieren, was gerade kleineren und mittelgroßen Unternehmen entgegenkommt. Und nicht zuletzt profitieren auch die oben erwähnten mobilen Mitarbeiter, indem die SaaS-basierte UC-Lösung mit beliebigen Endgeräten nutzbar ist.

 

Der Autor

Frank Heuer ist bei der Experton Group als Senior Advisor tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf den Themen Kommunikationsdienste und -lösungen sowie Cloud Computing, insbesondere Communications as a Service. Herr Heuer ist seit 1999 in der ICT-Marktanalyse und -Beratung aktiv. Zu seinen Aufgabengebieten gehören insbesondere die Beratung von ICT-Anbietern zum strategischen und operativen Marketing sowie Vertrieb.

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