Unternehmensmobilität auf Kosten der Sicherheit
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Unternehmensmobilität auf Kosten der Sicherheit

Ins Büro fahren, um zu arbeiten? Altmodisch! Heute ermöglichen immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern ortsunabhängig zu arbeiten. Der Preis, so eine aktuelle Studie: erhöhtes Sicherheitsrisiko. Denn durch den Zugriff auf Firmendaten von unterwegs ist Datenverlust programmiert.

Ob zuhause auf der Couch oder im Arbeitszimmer, unterwegs im Café oder im Zug auf dem Weg zum nächsten Termin: Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute Normalität – ortsunabhängiges Arbeiten, von Arbeitnehmern geschätzt, von Arbeitgebern möglich gemacht. Wesentlicher Treiber dieser neuen Mobilität: die digitale Transformation. Geräte wie Tablets, Notebooks und Smartphones, überall verfügbares Internet sowie flexibler Zugriff auf Daten über die Cloud fördern diese Arbeitsweise. Und scheinbar profitieren alle davon: Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Economist Intelligence Unit im Auftrag von Aruba steigern Unternehmen mit mobiler Strategie ihre Produktivität um 16 Prozent, die Zufriedenheit um 23 Prozent und die Loyalität um 21 Prozent. Zudem sparen sie Kosten für Miete und Heizung und werden als Arbeitgeber attraktiver. Fast die Hälfte der befragten Mitarbeiter gab an, dass die Möglichkeit, von jedem Ort zu jeder Uhrzeit zu arbeiten, ihre Produktivität am deutlichsten steigert. Für jeden dritten Arbeitnehmer hat diese Art zu Arbeiten zudem den größten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit.

Einfallstor für Hacker

Doch all diese Vorteile bergen einen großen Nachteil: Nach Angaben des Software-Unternehmens VMware glaubt mehr als die Hälfte der IT-Entscheider, dass die Vorteile der Unternehmensmobilität potenzielle Sicherheitsrisiken und damit verbundene Datenverluste rechtfertigen. Mehr noch: elf Prozent der Mitarbeiter würden der Studie zufolge gegen die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens verstoßen, um ihre Arbeit effektiv ausführen zu können. Dabei weiß knapp die Hälfte der Mitarbeiter überhaupt nicht, dass sie gegen Regeln verstößt. Für jede dritte IT-Führungskraft besteht die größte Gefahr darin, dass Mitarbeiter über private Geräte auf Unternehmensdaten zugreifen. Smartphone und Tablet werden so zum Einfallstor für Hacker. Die Folgen von Cyberattacken belaufen sich weltweit auf jährlich 390 Milliarden Euro. Und das Erschreckende: Das Thema IT-Sicherheit hat VMware zufolge für nur elf Prozent der deutschen Geschäftsführer Priorität.

Netzwerke schützen und Mitarbeiter schulen

Einen Kompromiss zwischen Mobilität und Sicherheit muss es allerdings nicht geben. Zugänge zum firmeneigenen Netzwerk können Unternehmen etwa mit Virtual Private Networks (VPN) sichern. So sind Daten auch auf dem Weg von einem Standort zum anderen sicher und können nicht abgegriffen werden. Zudem lässt sich mit Mobile-Device-Management-Systemen die Verwendung von Apps auf Arbeitshandys oder Tablets einschränken. Denn die kleinen Helferlein, insbesondere die kostenfreien Varianten, sind häufig eine Schleuse für Schadsoftware.

„IT-Sicherheit ist nicht nur eine Frage der Technologie. Die Studie zeigt, dass Entscheidungen und Verhaltensweisen von Mitarbeitern eine große Auswirkung auf die Integrität eines Unternehmens haben“, sagt Joe Baguley, CTO bei VMware, in einer Pressemitteilung. „Allerdings kann dem nicht durch Verbote oder eine Angst-Kultur entgegengewirkt werden. Smarte Unternehmen fördern ihre Mitarbeiter und versuchen nicht sie einzuschränken. Sie geben ihnen vielmehr die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und bestehende Prozesse zu verändern, die das Unternehmen erfolgreicher machen.“

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