Was taugt Android im Business-Umfeld?
@istock.com/Geber86 Posted on von Mobile Enterprise

Was taugt Android im Business-Umfeld?

Anders als bei Privatnutzern muss sich Googles Android bei Geschäftskunden dem Konkurrenten Apple geschlagen geben, der derzeit fast zwei Drittel des Marktes beherrscht. Doch auch in der Businesswelt will Google nun erste Wahl werden. Neue Funktionen machen wahrscheinlicher, dass dies gelingt.

Als Blackberry seine unangefochtene Stellung als Betriebssystem fürs mobile Business verlor, trat Apple an die Stelle des kanadischen Unternehmens. 2016 lag der Marktanteil von Apples Mobilgeräten im Business-Umfeld bei 66,1 Prozent, in diesem Jahr bei 64,8 Prozent. Dies schreibt Marktanalyst Maximilian Hille von Crisp Research in einem aktuellen Computerwoche-Fachbeitrag. Doch der Android-Anteil steigt. Und das liegt nicht nur daran, dass Microsoft bereits im Juli den Support für Windows Phone eingestellt hat.

„Android at Work“

Schon seit mehr als zwei Jahren arbeitet Google verstärkt daran, auch in der Geschäftswelt zum bevorzugten Betriebssystem zu werden. So richtet sich die Initiative „Android at Work“ dezidiert an Business-Kunden und wirbt vor allem mit speziellen Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen und der schier grenzenlosen Vielfalt an Android-Endgeräten. Durch eine zusätzliche Absicherung wichtiger Anwendungen („App-Sandboxing“), das vorbeugende Schließen von Sicherheitslücken („Exploit Mitigation“) und Geräteverschlüsselung seien Unternehmen auf der sicheren Seite. Zudem bietet Android at Work Schnittstellen für spezielle Verwaltungsprogramme, mit denen Unternehmen ihre Regelwerke fürs mobile Business auf Smartphones und Tablet-PC übertragen können.

Bereits im April 2015 stellte Google Android for Work als Software vor, die Geschäftliches und Privates auf Smartphones und Tablets strikt trennt. Die isolierten und verschlüsselten Firmendaten sind seitdem nur mit besonderen Zugangsrechten zugänglich, die Wartung erfolgt durch IT-Administratoren bei Bedarf aus der Ferne über das Internet. Dennoch blieb der Erfolg in der Geschäftswelt bislang gering. Als Grund nennt Crisp-Analyst Hille vor allem die Fragmentierung des Betriebssystems, eingeschränkte Management-Möglichkeiten, diverse Sicherheitslecks und fehlende Anwendungen. So würden zum Beispiel auch Anbieter des Enterprise Mobility Managements (EMM) bisher nur sporadisch Android abdecken.

Neues Android „Oreo“ mit zahlreichen Business-Funktionen

Allerdings geht Hille zugleich davon aus, dass sich dies in Zukunft ändert. Für 2020 sinkt der Marktanteil von Apple laut Crisp Research um rund fünf Prozent, während Googles Marktanteil bis dahin um zehn auf 32,6 Prozent klettern soll. Vor allem in der neuen Android-Version 8.0 („Oreo“) sei in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit einiges überarbeitet worden. Die wichtigsten neuen Funktionen stellt ebenfalls ein Beitrag in der Computerwoche vor. Redakteur Manfred Bremmer nennt in ihm zum Beispiel die Zero-Touch-Registrierung, mit der Google IT-Abteilungen und Anwendern die mühsame händische Konfiguration von firmeneigenen Android-Smartphones und Tablets ersparen wolle. Google versuche damit mit Apple gleichzuziehen, das bereits seit geraumer Zeit das vergleichbare Feature DEP (Device Enrollment Program) anbietet. Weitere Neuigkeiten seien Project Treble, das durch eine Modularisierung eine höhere Sicherheit bieten soll, ein verbessertes Google Play Protect, neue Management-Schnittstellen und mehr Transparenz für die Anwender.

Gerüstet für Künstliche Intelligenz

Insofern bescheinigt Crisp-Analyst Hille Google, dass das Unternehmen mit Android Oreo 8.0 wichtige Hausaufgaben gemacht habe. Zudem stelle Android Oreo 8.1 mit der Neural Networks-Schnittstelle eine wichtige Verbesserung für Künstliche Intelligenz (KI) beziehungsweise Machine-Learning-Algorithmen bereit. Sobald die neue API (Application Programming Interface) genutzt werde, könnten auch die eigenen KI-Chips auf den Smartphones besser genutzt werden, wie insbesondere in der Pixel-Serie,.

Autor Hille zieht ein entsprechend optimistisches Fazit: „Es ist zu erwarten, dass die Umsetzung der Lösungen durch die EMM-/UEM-Partner schnell Anklang findet und somit die Unterstützung der unter anderem wichtigsten Business-Partner gesichert ist. Die gesteigerte Akzeptanz im Business-Umfeld führt dann schließlich auch zu mehr Anwendungen, die für den Unternehmenseinsatz entwickelt werden. Denn die neuen Vorgaben für die Entwickler machen es leichter, die Akzeptanz der Nutzer, insbesondere kritischer Unternehmenskunden, zu gewinnen.“

zurück zur Startseite

Kommentar

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.