Welche Trends das Internet der Dinge 2018 bestimmen
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Welche Trends das Internet der Dinge 2018 bestimmen

Laut Gartner-Marktforschung wird es 2018 weltweit bereits rund 11 Milliarden vernetzte „Dinge“ geben. Als prägende Trends im IoT betrachtet IBM-Vizepräsident Bret Greenstein künstliche Intelligenz, Edge Computing und Blockchain. Zudem soll IoT in der Industrie vermehrt zum Einsatz kommen.

2017 haben die Gartner-Analysten die Zahl an Geräten, die weltweit über das Internet verbunden sind, auf rund 8,4 Milliarden beziffert. Für 2018 sagen sie eine Steigerung um fast ein Drittel auf knapp 11,2 Milliarden vernetzter Dinge voraus, die sich auf rund 7 Milliarden Verbraucher und 4,2 Milliarden Business-Anwendungen verteilen. Damit zählt das IoT auch 2018 zu den beherrschenden Themen in der IT- und High-Tech-Branche.  Zu den wichtigsten Entwicklungen im Internet der Dinge befragte das US-amerikanische Magazin Forbes Bret Greenstein, Vice President of Watson IoT Consumer Business bei IBM.

Künstliche Intelligenz wird immer intelligenter

Künstliche Intelligenz (KI) gehört zu den Themen der Stunde im Technologiebereich. Laut Bret Greenstein wird auch das Internet der Dinge von den Entwicklungen im KI-Bereich profitieren. Immer mehr Geräte werden vernetzt und kommunizieren miteinander. Fortschritte in den Bereichen Deep Learning, Sprach- und Bilderkennung sowie neuronale Netze sollen dazu beitragen, das riesige Netzwerk aus Geräten zusammenzuhalten und zu koordinieren. „Wir erleben nun, wie etwa Autohersteller, Hotelbetriebe und andere Unternehmen […] künstliche Intelligenz nutzen, um Kunden besser zu verstehen und mit ihnen besser zu interagieren“, so Greenstein gegenüber Forbes.

Dezentrale Datenverarbeitung mit Edge Computing nimmt zu

Edge Computing bildet das Gegenstück zum Cloud Computing und bezeichnet die dezentrale Verarbeitung von Daten am Rand eines  Netzwerks. So sammeln etwa Kameras und Mikrofone passiv Daten, die dann in der Cloud verarbeitet werden. Greenstein geht davon aus, dass immer mehr Daten direkt am Sensor verarbeitet werden. Mittels Bild- und Spracherkennung am Sensor lässt sich sicherstellen, dass nur relevante Daten in die zentrale Cloud gelangen. Damit erfüllt Edge Computing auch die Anforderungen des Datenschutzes (Privacy) besser als Cloud Computing. Als Beispiel nennt der IBM-Vize Sicherheitssysteme, deren Kameras und Mikrofone Gefahrenlagen analysieren können, ohne dass sensible Daten in die Cloud geladen werden müssen.

Mehr Sicherheit dank Blockchain-Technologie

Die Blockchain und das Internet der Dinge scheinen wie füreinander geschaffen. Denn Blockchain-Technologie bringt alle Voraussetzungen mit, um die riesigen Mengen an Interaktionen aufzuzeichnen, die im Internet der Dinge entstehen. Greenstein zufolge arbeitet IBM mit mehreren Unternehmen zusammen, um die Vereinigung zwischen der Blockchain-Technologie und dem IoT herbeizuführen. Mehr Details dazu sollen im Laufe des Jahres 2018 bekanntgegeben werden.

Viele Interaktionen im Internet der Dinge finden zwischen Geräten statt, ohne dass Menschen direkten Einfluss darauf nehmen. Eine Blockchain würde die IoT-Sicherheit deutlich erhöhen, da niemand zentrale Kontrolle über die Aufzeichnungen hätte. Alle IoT-Daten –  insbesondere in Lieferketten, wo Dinge zwischen verschiedenen Besitzern bewegt werden – müssten so gespeichert werden, dass keine nachträglichen Änderungen an ihnen vorgenommen werden können, so Greenstein. Für diese Aufgabe eignet sich die Blockchain geradezu ideal.

Verstärkter Einsatz von IoT in der Industrie

Dass smarte, untereinander verbundene Geräte auch in der Industrie eine immer größere Rolle spielen werden, steht für Greenstein außer Frage: „Zunächst dachten alle, es ginge hierbei nur um Sensoren – doch nun haben wir den Punkt erreicht, an dem Erkenntnisse und Interaktionen mit Nutzern im Vordergrund stehen.“ So könnten etwa Mitarbeiter in der Fertigung und bei der Wartung von Maschinen verstärkt von Echtzeitdaten und -erkenntnissen profitieren.

Beispielsweise sei es denkbar, smarte Dokumentationsmethoden einzurichten, bei denen große Mengen technischer Handbücher durch KI verarbeitet werden, um Mitarbeiter bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen. Diese könnten sich auf diese Weise das Wälzen dicker Handbücher sparen – und ihre Fragen direkt mithilfe von KI beantworten lassen.

Weitere Trends im IoT – von vorausschauender Wartung bis zum vernetzten Gesundheitswesen

Auch IoT-Experten in anderen Unternehmen haben sich Gedanken über die bestimmenden Trends der näheren Zukunft gemacht. Als größte Einflussbereiche des Internets der Dinge hat Cloudera-Manager Wim Stoop unter anderem die vorausschauende Wartung, vernetzte Fahrzeuge und das Gesundheitswesen identifiziert.

Mit vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) Ausfälle reduzieren

Besonders anlagen- und ausrüstungslastige Unternehmen wie etwa in Fertigung, Bergbau und der Energieversorgungsbranche sind auf die ordnungsgemäße Wartung und Pflege ihrer Maschinen angewiesen. Vernetzte und mit Sensoren ausgestattete Maschinen ermöglichen es, vorausschauende Wartung und Instandhaltung (Predictive Maintenance) zu betreiben und den Zustand der Ausrüstung kontinuierlich zu überwachen. Mithilfe von Data-Science- und Machine-Learning-Modellen lassen sich Hinweise auf Funktionsstörungen aufspüren, noch bevor ein Schadensfall eintritt. So können Unternehmen nicht nur Ausfallzeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren, sondern auch Ersatzteilbestellungen und -auslieferungen sowie die Verteilung von Personal und Ressourcen effizienter und effektiver gestalten.

Das vernetzte Fahrzeug wird zur Datenfundgrube

2020 sollen 75 Prozent aller produzierten Neuwagen über Internetkonnektivität verfügen, und die Anzahl der Sensoren an einem Auto soll sich von derzeit 60 bis 100 auf 200 verdoppeln. Damit wird das vernetzte Fahrzeug nicht nur zum Einsatzgebiet für vorausschauende Wartung, sondern eröffnet noch mehr Anwendungsfälle: Dazu zählen etwa soziale Navigations-Tools wie Waze, die Informationen über den Verkehr in Echtzeit liefern und bei der Suche nach einem freien Parkplatz helfen. Zum Thema Sicherheit gibt es heute bereits Ansätze zur Kollisionsvermeidung und zur Vorwarnung bei Gefahr sowie Notruffunktionen. Darüber hinaus werden Versicherungsgesellschaften die Möglichkeiten der kontinuierlichen Telematik nutzen, um auf Basis von Fahrverhalten und individuellen Bedürfnissen eines Fahrers maßgeschneiderte Policen und personalisierte Produkte anzubieten.

Ein weiteres Praxisbeispiel liefert der US-amerikanische Nutzfahrzeughersteller Navistar , der mithilfe von IoT Schlüsseldaten Tausende Speditionslastwagen überwacht. Dadurch lässt sich nach Angaben von Navistar die Anzahl außerplanmäßiger Reparaturen und Ausfallzeiten von Fahrzeugen um 30 bis 40 Prozent reduzieren. Zudem profitierten Spediteure auch von geringeren Wartungskosten: Diese betragen 0,03 Dollar pro Meile statt der branchenüblichen 0,12 bis 0,15 Dollar pro Meile.

Höhere Behandlungsqualität mit vernetzten IoT-Geräten im Gesundheitswesen

Die regelmäßige Überwachung der wichtigsten Gesundheitswerte eines Patienten ist eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Ständige Besuche von Krankenhäusern oder Testzentren beeinträchtigen jedoch nicht nur den Lebensalltag von Patienten, sondern treiben auch die Kosten der Behandlung in die Höhe.

An dieser Stelle setzten IoT-Lösungen an. So kann ein chronisch kranker Patient mit vernetzten IoT-Geräten wie einer Waage, einer Blutdruckmanschette und einem Armband ausgestattet werden. Diese zeichnen kontinuierlich die wichtigsten Gesundheitswerte auf und senden sie an eine Software zur Auswertung. Gefährliche Abweichungen in den gesammelten Patientendaten lassen sich mithilfe von Machine Learning entdecken – sowohl der zuständige Arzt als auch der Patient erhalten in Echtzeit eine entsprechende Mitteilung.

Gemeinsam mit Intel stattet die Michael J. Fox Foundation Tausende von Parkinson-Patienten mit tragbaren Geräten (Wearables) aus, die über ein Mobiltelefon mehr als 300 Beobachtungen pro Sekunde zu Symptomen wie Bewegungsverlangsamung, Zittern oder Schlafqualität in die Cloud hochladen können. Diese stetig wachsende Datenmenge soll Forschern die Möglichkeit geben, Muster zu erkennen und die Entwicklung eines Heilmittels gegen die Krankheit zu fördern.

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