Wie die Digitalisierung den Werbemittelmarkt reformiert
@istock.com/sirichai_ec2 Posted on von Management

Schlagworte: , ,

Wie die Digitalisierung den Werbemittelmarkt reformiert

Die Chance, Klassiker aus der Werbegeschenkindustrie frisch zu bekommen, wird seltener. Der Grund: Die Digitalisierung und auch ein neuer Konsens, was gesellschaftlich akzeptiert ist und was nicht, radiert ganze Produktgruppen aus dem Sortiment der Anbieter und schafft neue Trends.

Tischkalender vom Versicherungsberater, Aschenbecher vom Handwerksbetrieb – jeder kennt die Klassiker unter den Werbegeschenken und hat vielleicht sogar noch das eine oder andere Relikt davon zuhause. Aber immer seltener werden diese Produkte noch als Werbemittel genutzt. Die Digitalisierung, aber auch die neue Designsprache von Technikprodukten haben den Werbemittelmarkt in den letzten Jahren stark geprägt und immer neue Renner produziert, die in den meisten Fällen die neue mobile Lebenswelt rund um Smartphone, Tablet & Co. erweitern. Dass es aber auch analoge Produkte nach wie vor schaffen können, die Menschen zu begeistern, zeigt der aktuelle Trend rund um die sogenannten Spinner – und natürlich der gute alte Kaffeebecher.

Eines hat sich im Laufe der Jahrzehnte nämlich nie verändert: der Anspruch, dass Werbegeschenke einen echten Nutzwert für die Menschen haben, Spaß machen und ins Leben der Menschen integriert werden müssen. Deshalb gibt es viele Klassiker unter den Werbeartikeln auch heute immer noch: Parkscheibe, Eiskratzer, Kapselheber – Produkte, die nie aus der Mode kommen werden, aber trotzdem deutlich weniger nachgefragt sind, als das noch früher der Fall war. Vor allem, weil die Produkte heute in Sachen Technik und Qualität weitaus ausgefeilter sind als früher. Statt T-Shirts sind es heute Funktions-Shirts aus atmungsaktivem Material, statt Regenumhang Outdoor-Jacken für die sogenannte Urban Adventure Zielgruppe und statt Aschenbecher moderne Wasserflaschen mit Fruchtsieb für heiße Sommertage, natürlich in „edlem Design“. A propos Aschenbecher: Raucher-Utensilien haben sich in den vergangenen 15 Jahren immer stärker aus dem Sortiment verabschiedet. Früher Top-Seller, heute geächtet. Ähnlich ergeht es, in geringerer Ausprägung, dem klassischen Feuerzeug. Allerdings auch, weil die Gefahrengut-Regelungen für den Transport in den letzten Jahren immer stärker geworden sind.

Werbegeschenke für die digitale Zukunft

Dominiert wird der Markt heute dafür von Produkten, die die Nutzung von Smartphone, Laptop & Co. erweitern und unsere mobile Lebenswelt widerspiegeln. Da gehört der klassische USB-Stick schon zu den alten Hasen unter den Tools. Aktuelle Renner sind Bluetooth-Lautsprecher und -Kopfhörer, Power-Banks und Adapter-Systeme für Netzstecker, USB-Anschlüsse und Co. Und weil man heutzutage immer sämtliche Daten wie Fotos oder Filme, die über die Speicherkapazitäten der Endgeräte hinausgehen, bei sich haben will, sind tragbare Clouds in Form von externen Speichermedien der letzte Schrei – und Produkte rund um Virtual und Augmented Reality. Auch weil die Preise in diesem Segment immer stärker fallen und man sich dem Level nähert, das Werbegeschenke kosten dürfen. Nämlich durchschnittlich 5 bis 15 EUR, aus Compliance-Gründen niemals über 35 Euro. Der Werbemittelmarkt kann bei den neuesten Trends durchaus als Spiegel der Gesellschaft verstanden werden – er bildet immer das ab, was die Bevölkerung gerade beschäftigt.

Vegane Gummibärchen

Das zeigt sich auch bei beliebten Streuartikeln wie Gummibärchen. Immer mehr Unternehmen achten, wenn überhaupt Süßwaren genutzt werden, auf nachhaltige Herstellungsbedingungen und moderne Ernährungsgewohnheiten. Vegane Gummibärchen ohne tierische Zusätze, Schokolade ohne Milchprodukte – viele Firmen springen heute auf diesen Zug und möchten ihren Kunden etwas bieten, das wirklich jeder genießen kann. Oder setzen gleich auf kalorienarme Produkte wie Apfelchips, die unserem neuen Gesundheitsbedürfnis entsprechen.

Ein Faktor kommt allerdings nie aus der Mode, und das ist Spaß: Bestes Beispiel dafür ist der aktuelle Trend bei Kindern und Jugendlichen um den sogenannten Fidget Spinner – eine Art Handkreisel, den man durch ein integriertes Kugellager auf verschiedenartigste Weise in der Hand drehen lassen kann. Ein Phänomen, das gerade die Welt elektrisiert und auch den Werbemittelmarkt erreicht hat. Ein Produkt, das es in dieser Form seit Schleimi und Zauberwürfel in den 80ern und 90ern nicht mehr gegeben hat.

Der Autor

Steffen Weigand ist Werbemittelexperte und Geschäftsführer der Verticas GmbH mit Sitz in Wiesbaden, einer der führenden Agenturen im Bereich Werbe- und Merchandisingartikel in Deutschland. Steffen Weigand ist seit 1995 in der Werbe- und Merchandisingartikelbranche tätig und erwarb sich sein Know-how unter anderem bei Mercedes-Benz, Chrysler/Jeep und in leitender Funktion in Werbeagenturen.

zurück zur Startseite

Kommentar

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.